EXIT SMASHED - The Total Extent Of Pure Excess
exitGenre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 30.05.2015
Bewertung: Klasse (8/10)

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Vorab mal Butter bei die Fische: Ich hasse Thrash Metal. Große Bands wie KREATOR und so weiter haben mich nie Interessiert. An Thrash höre ich gelegentlich nur CRIPPER und seit kurzer Zeit auch EXIT SMASHED.

Die Formation ist noch recht jung und kommt aus Hamburg. Man hört es leider auch an der Produktion der Platte, dass die Jungs noch keine Szene-Größe ist. Hier ist kein High-End Produkt wie bei METALLICA im Player aber das ist auch gar nicht schlecht, EXIT haben dadurch ihren ganz eigenen Charme. Los geht es bei „To Set Myself On Fire“ mit einem drückenden Riff, das Spaß auf mehr macht. Sänger Nille stellt sich den Hörern mit einem kraftvollem „FIREEEEEE“ vor.  Schon jetzt ist klar: Der Typ hat es drauf. Das ganze Album durch schreit sich Nille einen ab und bringt seine Stimmung perfekt rüber. Zwischendurch wird er noch bei ein paar Groupshouts unterstützt.

„We Are At War“ steigert sich langsam mit kleineren Trommelwirbel und Gitarrenriffs, nach kurzer Zeit gibt es hier einen heftigen Umbruch zur Double-Bass und schon setzt wieder Nille ein. Die Gitarren schreddern was das Zeug hält und Bassist Patrick zeigt eindrucksvoll, dass auch Bassisten grandiose Saiteninstrumentalisten sind. „We Are At War“ ist überraschend Groovig und bringt viele neue Elemente zum knallenden Thrash ein. Ein besonderes Prachtstück auf der Platte, neben dem unfassbar geilen Cover, ist der Song „B.F.A.M.“ – hier ist es echt schwierig sein Wohnzimmer beim Hören nicht total zu zerlegen. Hammer Gitarrensolo zu Anfang und ein schleppendes Riff im Anschluss, bis es dann zur Strophe und dem eingängigen Refrain geht. „B.F.A.M.“ regt zum mitsingen an – sehr zur Freude der Nachbarn.

Das Album endet mit „Leg Drop Time“, eine Hommage an Hulk Hogan. Wirklich amüsant, hierzu haben die Jungs auch ein Video gebastelt. Technisch zwar hoch anspruchsvoll aber wie bei dem Hulkster selbst, kann man hier wohl über die Beliebtheit streiten.
Für mich als Thrash-Hasser ist es schwierig jetzt nette Abschließende Worte zu finden, aber das Album hat mich schon sehr gepackt und live sind die Jungs echt der Wahnsinn. An die ganz Großen des Genres reichen EXIT SMASHED zwar noch nicht ran, dafür ist die Musik und die Technik selbst noch nicht ausgereift genug aber die Jungs sollte jeder Metalfan, ob Thrasher oder nicht, auf dem Schirm behalten.