LACUNA COIL - Delirium
lc-delirium
Genre: Alternative Metal
Label: Century Media
Veröffentlichung: 27.05.2016
Bewertung: Klasse (8/10)

Offizielle Website

Auf „Delirium“ beschäftigen sich die Italiener mit psychischen Krankheiten und den Menschen, die darunter leiden. Ein wahrlich nicht gerade einfaches Thema, gerade wenn man selbst keine Erfahrung damit gemacht hat. Zu schnell können die Texte missverstanden werden, doch LACUNA COIL vergaloppieren sich hier nicht. Sie scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben, da die Texte oft aus Sicht der psychisch Erkrankten geschrieben und auch durchaus authentisch sind.

Gleich der Einstiegssong „House of Shame“ ist wahrlich brachial. Die Band verfolgt hier also das Muster, welches sie auch schon auf ihren vorherigen Alben etabliert haben. Doch kam es mir vor, dass sie dieses Mal erneut eine Schippe draufgelegt haben. Das macht Lust auf mehr. Die Gitarren erzeugen in allen Songs eine sehr kraftvolle, teil bedrohliche und düstere Atmosphäre, sie sind im Aufbau aber nie zu simpel gehalten. Über den Titeltrack „Delirium“ wurde schon bei der Veröffentlichung viel gestritten, da viele gerade den Refrain zu einfach gestrickt fanden und sich generell über die Qualität der Lyrics ausgelassen haben. LACUNA COIL erklärte, dass ein Delirium nunmal sehr in sich geschlossen und repetetiv ist, daher die Entscheidung des einfach gehaltenen Refrains. Obwohl der Song definitiv einer der schwächeren auf dem Album ist, ist das Statement der Band wirklich nachvollziehbar und ihre Wahl die richtige.

Darauf folgt mein persönlicher Favorit auf dem Album: „Blood, Tears, Dust“. Das Lied stellt die Essenz des Albums dar. Düster, sehr energiegeladen, eine episch-melancholische Note in der Bridge und zwei Sänger in Höchstform. Cristina und Andrea ergänzen sich hervorragend und beide haben sich durchaus in ihrer Perfomance nochmal gesteigert. „Ultima Ratio“ bildet hier einen würdigen Abschluss des Albums.

Hervorheben möchte ich noch „Take Me Home“, welches mit einem gruselig anmutenden Kindergesang beginnt. Hier wird zwar ein wenig das Klischee von Horror-Nervenanstalten bedient, gerade weil die Band in einer Ruine einer aufgegebenen Psychatrie das Fotoshooting für ihr Album gemacht hat. Darüber kann man schmunzeln, aber sie reizen glücklicherweise dieses Motiv nicht aus. Deshalb ist der Kindergesang auch ein nettes Feature und gut eingesetzt.

„Delirium“ ist definitiv eine Spur düsterer  und brutaler als der Vorgänger. Der allgemeine Eindruck ist, dass die Scheibe durchaus frisch und modern klingt, aber die Band ihren Kernsound (u.a. erkennbar am überdeutlich zu hörenden Bass) beibehalten hat. Für mich eine gelungene Mischung aus Fortschritt und sich selbst treu bleiben.

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