JUPITER HOLLOW - Odyssey

14470505_1254957141223457_6539926922609499464_nGenre: Stoner / Psychadelic Rock
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 13.01.17
Bewertung: Sehr Gut (7/10)
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Heute gibt es mal einen Newcomer von der anderen Seite vom Teich. Jupiter Hollow – so nennen sich die beiden Kanadier Grant MacKenzie (guitar, bass, synth) & Kenny Parry (vocal, drums, piano, synth), die an diesem Freitag Ihre erste, in Eigenproduktion entstandene EP veröffentlicht haben.

5 Songs hat das Mini-Album zu bieten. Das bedeutet 2 Dinge: 1. präsentiert sich die Band sehr vielschichtig in diesen Songs, um die ganze Bandbreite ihres könnens abzubilden, und 2. hat man als Redakteur weniger Arbeit – find ich beides gut!

Der Opener „Deep In Space“ ist der Grund, warum ich dieses Review schreibe. Nach den ersten 3 Sekunden eines sau geilen Stoner Rock Riffs war mir klar: die Band nehm ich mir unter die Lupe. In der Promo steht, dass diese Band etwas für Freunde von Rush und Pink Floyd ist. Das liegt unter anderem daran, dass die Stimme von Sänger Kenny Perry beinahe genau so klingt wie die von Rush Sänger Geddy Lee. Der Song schwimmt zwischen Stoner und Psycho hin und her und kann schonmal ein paar Stündchen in Dauerschleife laufen, ohne dass einem Langweilig wird. Eine absolute Empfehlung Meinerseits!

„Ascending“ hat mit seinen nur knapp 3 Minuten eigentlich keine Zeit zu verlieren, aber die nimmt er sich. Der komplette Song fühlt sich wie ein Intro an, und nimmt dem Hörer alle Alltagshektik sofort ab.

Mit einer schönen kleinen Melodie vor schweren Riffs startet „Hades Heart“. Der Song wird dann aber ganz schnell ganz ruhig und kuschelig, wie man es von einem Song mit „Heart“ im Titel auch vermutet hätte. Der Song baut sich auf, der Mittelteil ist laut. Mein innerer Metalhead bekommt sein heißgeliebtes Gitarrensolo und kann dann beruhigt weiter vor sich hin träumen.

„Over 50 Years“ ist anders. Verzerrtes E-Gitarren Intro, schwerer Rythmus, harte Klänge. Hier zeigt sich die metal-lastige Facette der Band. Die Strophen bleiben dem Psychedelic treu, ansonsten herrscht im Song eher Unordnung, es gibt Growling-parts die leider nicht so ganz in das Konzept passen und es bleibt nach dem Hören leider wenig hängen – außer nicht passenden Growling-parts.

„Odyssey“ startet mit hellen Klängen und kommt zu einer melodischen und von der Gitarre gut akzentuierten Strophe. Damm fängt der Song an, anzuecken und macht schon im nächsten Moment wieder genauso weiter wie vorher, als wäre nie etwas gewesen. Das letzte drittel Gestaltet sich durch Kunstpausen interessant – bricht dann ab. Verzerrte Geräusche, ein Grollen, und Ende.

Fazit: Wenn man sich das Album anhört, stellt man sich zwangsläufig die folgende Frage: was für eine Musik ist das? Progressiver Stoner Psycho Space Experimental Rock? Ich brauche einen Musikprofessor. Bis der da ist kann ich als einfacher Hörer nur sagen: Das Album ist spannend, vielschichtig und hat wirkliche Höhepunkte. Ich wünsche mir als erstes richtiges Album auf jeden Fall 10 Songs à la „Deep In Space“. Da fällt mir grade ein: ich könnte ja mal wieder die Playlist von vorne starten…