FALL OF CARTHAGE - The Longed-For Reckoning
foc-tlfr-cover-1200x1200-kopieGenre: New School Thrash & Metal
Label: MDD Records
Veröffentlichung: 27.01.2017
Bewertung: Heavy! (10/10)

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Nachdem ich vom letzten Album der Band so aus den Socken gehauen wurde, waren die Erwartungen an das neue Album entsprechend hoch. Trotz anfänglicher Skepsis wurde ich jedoch nicht enttäuscht.

Zugegeben, als ich das Album das erste Mal gehört habe, war ich mir nicht ganz sicher, was genau ich hier vor mir habe – beim zweiten Mal wurde es auch nicht besser. Schon ein wenig enttäuscht von der neuen Platte beschloss ich, der Musik ein wenig Zeit zu geben. Mal ein paar Tage liegen lassen und danach wieder in den Player. Dieses Album zündet nicht beim ersten Hören, dafür danach aber umso geiler – und zwar richtig!

Mit „Fast Forward“ beginnt die Platte. Nach ein paar Sekunden ruhigem Glockenspiel gibt es auch direkt auf die Fresse.  Sänger Sascha schreit sich die Seele aus dem Leib und bringt den Druck und die Energie der Songs perfekt rüber. Auch Arkadius an der Gitarre und Martin an den Drums legen sich richtig ins Zeug und zeigen von Beginn an: Dieses Album ist sagenhaft!
Kurz darauf geht es weiter mit „They’re Alive“, ein Song, der auch sehr ruhige Gesangspassagen hat. Wir erinnern uns: Auf dem letzten Album war das ein eher negativer Kritikpunkt. Aber hier gibt es nicht zu meckern. Emotionen bringt Sänger Sascha hier grandios rüber und die Meinung aus meinem letzten Review über FOC kann ich hier nicht halten, denn hier gibt es Gänsehaut-Momente. Wer das nicht glaubt, soll sich mal „Tapeworms“ zu Gemüte führen. Eine derart tiefe, drückende und kraftvolle Stimme in Verbindung mit so viel Emotion ist selten. Man stelle sich einfach mal Chris Barnes in einer Oper vor – ohne Growlen und e voila hat man Sascha Aßbach.

Mit „Whodini Peckawood“ und „Purile Scumbag“ haben FOC mal richtig einen rausgehauen und versuchen ihre Rap-Künste unter Beweis zu stellen. Das merkwürdige ist, dass es passt und sehr gut klingt. Ein ganzes Album mit derartigen Songs zu füllen, musste zum Glück nicht sein, denn in den insgesamt 16(!) Tracks sind auch echt Schmuckstücke wie „Suffer The Pain“, die einfach nur zum Headbangen anregen.

Als Fazit bringe ich doch einfach mal eine kleine Anekdote an: Wenn man etwa 30 CDs im Auto hat und sich auf der Rückfahrt von Nürnberg nach Hamburg dazu entschließt ausschließlich ein Album zu hören, dann muss dieses Album schon echt geil sein (oder der Fahrer hat einen an der Waffel). Die Band hat mehr Einflüsse als Pi Nachkommastellen hat und dennoch schaffen sie es alles zu vereinen und kommen immer mit einer neuen Überraschung daher. Ich finde, sie sollten Ihr Genre offiziell in „Awesome Metal“ umbenennen. Vielleicht noch ein wenig ausgeschmückter. Will heißen: Ich empfehle einfach JEDEM Metal-Fan FALL OF CARTHAGE und ihren „WTF Awesome Crossover Metal“.

PS: Ich würde echt gerne meine Position als Chef nutzen und 11/10 Punkte aussprechen…