VINTERFOREST - Aarstider
5430 Gerne: Pagan Black Metal
 Label: Black Tower Productions
 Veröffentlichung: 20.04.2012
 Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Solo-Projekte sind im Black Metal nichts Neues oder Ungewöhnliches. Doch wenn der Künstler zum Zeitpunkt des Entstehens eines Albums erst 18 Jahre alt ist und sich komplett allein um alles kümmert, dann erweckt das auf jeden Fall Aufmerksamkeit. So ist es der Fall bei diesem Album. „Aarstider“ (skandinavisch für „Jahreszeiten“) ist das Werk von Morten „Graishak“ Jantz, einem jungen Musiker aus Norddeutschland.

Das Album beginnt sehr atmosphärisch, fast schon idyllisch, mit einer Geräuschkulisse aus dem Wald und bietet somit den perfekten Einstieg für ein Album aus diesem Genre. Gleich der zweite Song besteht aus mehreren verschiedenen Abschnitten, die sich aber doch recht gut zusammenfügen, sodass das Lied nicht zu sehr nach Rumbasteln klingt.

Im dritten Lied „Nachtmahr“ darf man schönen, sehr energiegeladenen Gitarrenmelodien lauschen, die hier im Vordergrund stehen und das auch zurecht. Wie so oft bei solchen Bands, ist der Gesang nie wirklich im Vordergrund, aber manchmal geht er dann doch unter. Das ist bei „Aarstider“ glücklicherweise nicht der Fall. Obwohl zwei Stücke rein instrumental sind, hätte es dem ganzen Album nicht gut getan, ganz auf Gesangsaufnahmen zu verzichten. Weiterhin fällt die Qualität des Gesangs auf. Graishak ist im Stande verschiedene Nuancen des Singens aufzufahren, was für eine angenehme Abwechslung sorgt.

„Klagelied“ ist ein Song der brachialeren Sorte. Der wäre ein Garant für gute Stimmung bei einem Konzert. Hier finden sich erneut verschiedene Abschnitte, wobei bei diesem Lied sie nicht ganz so passend wirken wie bei anderen. Während einige Teile fast schon nach Amon Amarth klingen, klingen andere teilweise nach Alcest mit ein wenig Aaskereia dazwischen. Da ist es denn am Zuhörer zu entscheiden, ob das gelungen ist oder nicht.

Mit „Falkenauge“ ist auch der epischste Song auf dem Album gefunden. Ein wenig beschwingt, teilweise mit Klargesang, da ist alles Gute beisammen.

Zu den Texten sei gesagt, dass sie doch recht gerne in die Klischee-Kiste greifen. Es werden beliebte Motive verwendet, die zwar immer gut sind, aber leider halt auch nicht besonders innovativ. Aber da Graishak laut seiner Facebook-Seite bereits an neuem Material arbeitet, darf man hier bestimmt eine Entwicklung erwarten.
Trotz der lobenswerten Produktion und der Eigeninitiative ist die Scheibe noch an einigen Stellen unausgereift. So wirkt die Vorliebe für viele Abschnitte innerhalb eines Liedes manchmal trotz allem wie ein Flickenteppich.

Ein durchaus gelungenes Debüt des jungen Künstlers mit weiterhin Luft nach oben. Da sollte man gerne einmal ein Auge drauf haben.