DAGNIR EN GWANN - Dagnir En Gwann
Dagnir-En-GwannGenre: Black Metal
Label: Black Blood Records
Veröffentlichung: 30.08.2013
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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DAGNIR EN GWANN bedeutet so viel wie “Todesfluch“ auf Sindarin. Tolkien-Fans horchen hier wohl kurz auf, aber mehr als diese eine Referenz zu Tolkiens Werk gibt es erstmal nicht. Das Duo, welches zur Hälfte aus Waldgeflüster-Mitgliedern besteht, hat 2013 ihr erstes Album veröffentlicht. Mit dem musikalischen Hintergrund erwartet man Black Metal. Und den bekommt man auch.

Die selbstbetitelte EP beginnt mit einem Intro, in welchem ein Monolog zu hören ist, der mit Regen und einer Akustikgitarre untermalt wird. Der Sprecher sinniert über das Schlechte in der Welt und im eigenen Leben. Ein recht klassischer Einstieg für eine solche EP, aber nicht unangenehm oder kreativlos. Das Intro bereitet den Zuhörer ein wenig auf die Reise ins seelische Dunkel vor und gibt so die Atmosphäre vor.

Das erste Lied beginnt aber doch recht holprig, als hätte sich jemand verspielt und dieser versuchte wieder zurückzufinden, es fängt sich aber schnell wieder. „Vom Leben und Krieg“ vereint in einem Lied alles, was sich sonst noch auf dem Album befindet. Der Gesang ist, wie beim Black Metal üblich, eher im Hintergrund gehalten, die Gitarren stehen im Vordergrund. Die Gitarre ist wie der Gesang sowohl in verzerrt als auch in klar auf der Platte vertreten. Der Klargesang erinnert gerade bei diesem Lied, aber auch sonst, entfernt an Alcest, welches der gesamten Musik eine leicht verträumte Note hinzufügt.

„Verloren“ beginnt sehr melancholisch, geht dann aber wieder zum bewehrten Black Metal Sound über. Das Schlagzeug untermalt die Songs mit einem langsamen doch stetig vorantreibenden Rhythmus, der durchaus schon ein wenig doomig angehaucht ist. Das verstärkt die düstere Atmosphäre, ist aber weiterhin schwarzmetallisch im Charakter.

Im Outro wird das Motiv des Regens wieder aufgenommen und auch die Akustikgitarre beendet ihre Melodie. Es scheint, als sei der Sprecher vom Anfang der EP mit seinen Gedanken zu einem Schluss gekommen. Damit schließt sich der Kreis.

Der Waldgeflüster-Einfluss ist durchaus zu hören, das tut dem Werk von DAGNIR EN GWANN aber nichts ab. Die EP ist insgesamt im atmosphärischen/melodischen Bereich des Black Metal anzusiedeln, es liebäugelt aber auch durchaus mit DSBM. Der Zuhörer findet viele Merkmale, die typisch für Black Metal sind, aber wer hier Geshreddere a la Marduk sucht, wird nicht fündig werden. Wer sich am liebsten in den düsteren und melancholischen Gefilden musikalisch bewegt, der sollte gerne mal bei DAGNIR EN GWANN reinhören.

Die EP hat sehr viele schöne Momente, die wichtigsten Zutaten wurden erkannt und verwendet, doch gerade der Anfang war verwirrend und die eigene Handschrift der Musiker fehlt noch im Gesamtklang. Aber hier ist definitiv noch Luft nach oben.

 

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