FUCK CANCER FESTIVAL – Das Interview

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Das Fuck Cancer Festival steht wieder vor der Tür, um ein wenig Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Pünktlich dazu haben wir einen netten Gast-Beitrag eingeschickt bekommen mit einem interessantem Interview zum Fuck Cancer Festival mit Veranstalter Nico. Aber lest selbst!

 

Hallo Nico, danke Dir, dass Du Dir die Zeit nimmst um uns Rede und Antwort zu stehen. Krebs also. Ja, der ist echt kacke! Erzähl mal, wie kam es zum ersten Konzert unter dem Banner des Fuck Cancer?

Mitte 2015 wurde die Idee ein Metal Festival zu organisieren geboren. Es stand schnell fest, dass die Geschichte für den guten Zweck und nicht kommerziell ausgerichtet werden soll.Wir waren auf der Suche nach einem provokanten und zugleich einprägenden Namen, als ein Bekannter zu der Zeit leider grad den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Somit war die Namensfindung mit einem traurigen Anlass verbunden.
Die Idee, das Kinderhospiz Sternenbrücke zu unterstützen,stand vor der Namensfindung des Festivals fest. Da viele der Sternenkinder mit dem Krebs kämpfen, konnte so eine Verbindung hergestellt werden.

Wie entstand dabei die Verbindung zur Sternenbrücke?
Ich habe schon früher mit anderen Fans Spenden für die Sternenbrücke gesammelt.
Dort ist jeder Euro extrem gut angebracht, da die Sternenbrücke jedes Jahr erneut auf eine gigantische Summe an Spenden angewiesen ist, weil die Gelder der Krankenkassen bei weitem nicht reichen.

Habt Ihr auch mal überlegt andere Organisationen dieser Art zu unterstützen?
Für mich persönlich stand von Anfang an fest, dass ich die Sternenbrücke gerne weiter unterstützen möchte. Als sich dann das Orga-Team im Sommer 2016 fast komplett neu bildete stand es fest, dass das Festival auch in Zukunft für die Sternenbrücke ausgerichtet wird.

Wie läuft für gewöhnlich die Organisation des Konzertes ab?
Wie die gewöhnliche Organisation abläuft kann ich Dir gar nicht sagen, da wir von Anfang an unseren eigenen Weg gesucht haben.
Natürlich haben wir auch mal „nach links und rechts“ geschaut und uns viele Tipps geholt. Aber wenn ich die Reaktionen von den Bands und Gästen betrachte sind wir auf einem guten Weg. Eine sehr große Hilfe waren die erfahrenen Leute vom Juki42. Dort wird auf über 15 Jahre Konzerterfahrung zurückgeblickt und entsprechend professionell wird dort gearbeitet.

Wer unterstützt Euch noch dabei – und in welcher Form?
Als erstes stehen da die Bands.
Sie reisen auf eigene Kosten an, stehen nur für ein Essen und Getränke auf der Bühne und geben dort alles! Hier können wir gar nicht genug danken!
Wie bereits erwähnt ist das Juki42 eine der tragenden Säulen des Fuck Cancer Festivals. Hier hat das Festival in der wirklich genialen Location mit den weltbesten Leuten eine echte Heimat gefunden. Es gibt außerdem einige Unterstützer ohne die das Fuck Cancer Festival bei weitem nicht das wäre, was es jetzt ist bzw. zu dem es sich entwickelt. Hier sind teilweise richtige Freundschaften entstanden.
Seit Anfang an ist Arne Kerlin dabei. Mit einer Engelsgeduld kümmert er sich um alles was den grafischen Teil angeht. Er entwirft die Plakate, Flyer und alle möglichen Druckvorlagen wie z.B. für die Festival-Bändchen, Eintrittskarten usw.
Mit der Neuausrichtung des Fuck Cancer Festivals kamen auch Neuerungen wie z.B. Festival-Shirts und auch eine eigene Festival-Zeitung. Auch hier hat  Arne sich Muskelkater in den Nerven geholt weil sich ständig etwas änderte…. DANKE ARNE!

Zu einer weiteren wichtigen Säule hat sich das Night Light Hamburg entwickelt. Berti hat mit seiner Erfahrung, seinen Ideen und seinen Kontakten sehr viel dazu beigetragen, dass wir viele Ideen umsetzen und weiterentwickeln konnten. Auch wenn er mich jetzt hassen wird: DANKE BERTI!

Alles rund um die Homepage liegt in der Hand von Sebastian Speetzen. Wir haben uns einen zweiten Bauchnabel gefreut als er anbot sich um den Aufbau und die Pflege der Homepage zu kümmern. Diese Zusammenarbeit werden wir demnächst intensivieren, dies ist manchmal jedoch nicht so einfach da wir alle „nebenbei“ noch richtige Jobs haben mit denen wir unser Brot verdienen müssen. Hinzu kommen noch unzählige Unterstützer in jeder erdenklichen Form:
Jens Böttger hat bereits zum zweiten Male finanziell den Druck von Plakaten und Flyern ermöglicht.
Mein Arbeitgeber, die Firma Ambrosia, hat erneut die Festival-Bändchen gesponsert.
Remedy Records Hamburg hat einen weiteren Teil der Flyer bezahlt.
Weiter haben viele, viele Bands, Label, Festivals und Unternehmen Sachspenden für unsere „Dankeschön-Tombola“ gestiftet. Denn jeder der am Festivaltag mindestens 2,50€ in eine der Spendendosen wirft darf ein Los ziehen, hinter dem sich die entsprechenden Sachspenden verstecken.

Wie kommt Ihr an Bands?
Wir können es immer selbst kaum glauben, doch die Bands kommen auf uns zu und fragen ob sie spielen dürfen. Dies alleine schon zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es ist immer wieder faszinierend wie eng die Metal-Szene zusammensteht und auch Berge versetzt wenn es darum geht Gutes zu tun.
Natürlich haben wir auch „Wunsch-Bands“ bei denen wir anfragen. Zwei davon stehen am 11.3. auf unserer Bühne und ich glaube schon verraten zu dürfen, dass wir für 2018 bereits einen echten Knaller haben.

Nach welchen Kriterien siebt Ihr die Bewerbungen aus?
Wir versuchen so viel unterschiedliche Metal-Genres wie nur möglich spielen zu lassen. So können wir jedem etwas nach seinem Geschmack bieten und versuchen so vielen wie möglich gerecht zu werden. Wenn also schon z.B. eine Viking-Metal-Band im Line-Up steht nehmen wir ungerne eine zweite an, um es vielfältig zu halten

In meinen Augen gibt es nichts Schlimmeres als einer Band eine Absage zu schicken. Wir bieten den Bands einen Platz auf unserer „Nachrückerliste“ an und abgelehnt wurde dies bis jetzt von keiner Band.
Hieraus ist auch die Idee der „Fuck Cancer Hereos“ entstanden.

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Wo liegen die Probleme im Booking und der Organisation drum herum?In unserem kleinen, aber sehr feinen, Orga-Team arbeiten alle mit sehr viel Engagement, Herz und sehr viel Professionalität, sodass kaum Probleme auftauchen. Und wenn es ein Problem gibt ist die Lösung nicht weit.
Die Hilfsbereitschaft der Leute ist immer wieder überwältigend.
Den schwersten Job haben bei der ganzen Orga meine liebe Biene und Hannes. Meine Biene hält mir den Rücken frei und Hannes holt mich immer wieder auf den Boden zurück wenn die Nerven blank liegen.

Letztes Jahr war das 42 ganz schön gefüllt. Wie viel Geld kam für die Sternenbrücke bei rum?
2016 hatten wir 140 zahlende Gäste und konnten anschließend unglaubliche 3.250€ an die Sternenbrücke übergeben. Wie genau sich die Summe zusammen setzt kann leider nicht nachvollzogen werden, da die Eintrittsgelder mit Spenden und dem Erlös aus dem Aufnäherverkauf in einer Kasse gelandet sind.
Mit dem Getränkeverkauf kommen wir nicht in Berührung. Dies obliegt dem Juki42 und da liegt es in guten Händen, da das Juki42 als e.V. auch überleben muss und schon extrem viel für uns macht.
Es kamen ja auch komplett genrefremde Menschen zur Tür hinein, die das Konzert gar nicht besuchen wollten. Drückten dann Geld in die Spendenbox, lobten die Aktion, grüßten freundlich und gingen wieder. Wie war da Eure Reaktion?
Ich bin im Laufe des Tages immer wieder zur Kasse gegangen und habe nach der Anzahl der zahlenden Gäste gefragt.
Als dann als Antwort kam „122 plus 7“ war ich erst verwirrt. Mit einem breitem Grinsen wurde mir dann erklärt, dass wirklich Leute kamen und sich ein Bändchen kauften, um uns zu unterstützen. Dann aber auch schnell wieder gingen und sich dabei die Ohren zu hielten. Wir wollten es erst nicht glauben, doch dann kam eine Freundin, die auch nur spendete und nur einmal ganz kurz reinguckte, um dann schnell wieder zu verschwinden.
Es gab rund um das Fuck Cancer sehr viele emotionale Momente in denen die Menschen ihre Hilfsbereitschaft zeigten.

Was hat Euch letztes Jahr noch begeistert und was hat Euch sauer gemacht?
Begeistert hat uns die Bereitschaft der Bands, der Gäste und natürlich der Sponsoren.
Das Fuck Cancer hat in seiner ersten Auflage schon viele kleine Geschichten geschrieben.
Eine berührt mich bis heute jedes Mal wenn ich sie erzähle:
Einige Wochen vor dem Festival sind meine Biene und ich durch die Ahrensburger Geschäfte gezogen und haben gefragt, ob wir Flyer auslegen und Plakate aufhängen dürfen. Dies wurde fast nie abgelehnt und als wir zu einem kleinen „Imbiss an der Ecke“ kamen wurden wir mit den Worten begrüßt „Ach, Ihr seid das! Ich verfolge die ganze Sache bei Facebook!“ Wir durften dann zwei Plakate aufhängen und Flyer auslegen. Die junge Dame hinter dem Tresen freute sich das sie uns so helfen konnte und wir zogen weiter.
Ein paar Tage später bekam ich von dieser jungen Dame eine persönliche Nachricht via Facebook in der sie unsere Aktion nochmals sehr lobte und versprach, dass sie ab sofort ihr „Trinkgeld-Sparschweinchen“ nicht mehr leeren wolle und dann damit zum Festival kommen werde.
Am frühen Abend des Festivals stand sie dann plötzlich vor mir und drückte mir eine sehr beachtliche Summe in die Hand. Mir kamen die Tränen und ich war absolut sprachlos!
Sauer gemacht hat uns nicht wirklich etwas. Aus Fehlern lernt man und wir wollen uns permanent verbessern. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg und blicken sehr positiv in die Zukunft.

Mit wie vielen Gästen rechnet ihr dieses Jahr?
Ich glaube jeder Veranstalter träumt von einem ausverkauften Haus, aber ich denke davon sind wir noch weit entfernt.
Wir würden uns jedoch freuen wenn wir das Ergebnis aus 2016 erneut erreichen können, jeder Gast und jeder Euro mehr wäre ein großer Erfolg!

Wie können unsere Leser und Bands Euch vielleicht auch aus der Ferne unterstützen?
Einfach das Fuck Cancer Festival besuchen! Wir unterstützen auch gerne bei der Suche nach einer Unterkunft. In 2016 hatten wir auch schon Gäste aus der Ferne.
Ich habe mit Besuchern aus Berlin, Frankfurt, Köln und sogar der Schweiz gesprochen.
Wobei die Schweizer der „Anhang“ einer Band waren….
Ich fand es auch sehr spannend zu beobachten, dass sich Gäste ein Hostel in Hamburg gebucht haben und über Facebook ebenfalls Fuck Cancer Besucher suchten, um mit denen am Freitag eine gemeinsame Warm Up Party zu feiern. Leider habe ich nicht verfolgen können was daraus geworden ist.

Wo siehst Du das Fuck Cancer Festival in 5 Jahren?
Ein Traum wäre es, wenn das Fuck Cancer Festival in fünf Jahren einen festen Platz in den Kalendern der Metal-Scene hat und konstant Geld an die Sternenbrücke übergeben kann.

 In diesem Sinne: Fuck Cancer! Love Schwermetall!
Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg mit der Aktion. Beste Grüße an alle eure Unterstützer und die Sternenbrücke!

—–
Wer nun total Bock auf das Fuck Cancer hat, findet hier die offizielle Facebookseite des Festivals. Dieses Jahr sind am 11.03. folgende Bands mit dabei:
Boreout Syndrome
Precipitation
OBSKURA aus Schleswig Holstein
Durothar
Powerhead
SASQUATCH
Surface Hamburg
Endseeker

 

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