2. Hamburger Wellenbrecher – 04.03.2017

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Was gibt es Besseres und Authentischeres als sich in der Hansestadt Hamburg eine Truppe singender Seeleute und Piraten anzuschauen? Eben, NICHTS! Daher haben wir uns am 04.03. in das KNUST begeben, um den Klängen von MACCABE & KANAKA, DIE PRESSGËNG und MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN zu lauschen.

Bereits in der U-Bahn auf dem Weg zum Konzert liefen einem die ersten Freibeuter über den Weg, doch spätestens auf dem Vorplatz des KNUST war klar, dass hier zum Plankentanz geladen war. Die Spelunke, entschuldigung – das KNUST, war bereits seit längerem ausverkauft, kein Wunder, denn es standen maritimer Folk, sowie Fun- und Aggroshantys auf dem Plan und das in der Stadt der Seefahrer und Piraten. Den Anfang machen MACCABE & KANAKA, eine kleine im Kern dreiköpfige Truppe, welche sich für ihre Shantys hin und wieder ein wenig Unterstützung im Gesang gönnen und dann plötzlich zu sechst auf der Bühne stehen. Um das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, stimmen sie „De Hamborger Veermaster“ an, was auch sehr gut ankommt. Anschließend verebbt die Aufmerksamkeit der Manschaft vor der Bühne wieder sehr schnell und es kommt einem vor, als wäre man in einer Kneipe. Viel Gequatsche und im Hintergrund ein bisschen nette Musik. Grund ist hier wohl auch die deutlich zu geringe Lautstärke der Bühne. Das ist schade, denn die Jungs liefern feinsten Folk. Zum Glück wendet sich das Blatt im Laufe des Konzerts langsam und das Publikum fängt an mitzugehen. Vielleicht auch weil ein mysteriöses Getränk aus einer Schatzkiste von der Bühne aus in die Menge gereicht wird. Eine kleine Anekdote zu Ihrem Namen und ein paar irische Folk-Klassiker runden das gelungende Konzert ab.  Im Anschluss kommt die PRESSGËNG auf die Bühne, die erst einmal ganz gemütlich beginnen. Aufällig sind ihre maritimen Uniformen, welche ich aber keineswegs irgendwie einzuordnen vermag. Mit jedem ihrer Fun-Shantys wissen sie wie man das Hamburger Publikum abholt und ziehen gefühlt mit jedem Instrumentenwechsel (davon gab es viele), das Tempo und den Spaßfaktor an. Für letzteren sorgen spontane Tanzeinlagen mancher Mitglieder der Crew, Mini-Waschbretter oder auch ein (Achtung Ladys!) halbnackter Jüngling, der verschiedene Mitsing-Textschilder in beeindruckender Geschwindikeit nahezu fehlerfrei hochhält. Viele der Songs haben einen poppigen oder rockigen Kern und bei den bekannten Songs „Piet Bull“ oder „Pflegestufe Arrr“ singt das halbe KNUST mit. Somit ist das Publikum bestens vorbereitet und aufgeheizt für den Hauptact des Abends: MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN! Die dreiköpfige Piratencrew lässt sich auch nicht lange bitten und segelt ihr musikalisches Schiff hart am Wind. Songs wie „Komm zur Marine“ oder „Plankentanz“, welcher mit der obligatorischen weiblichen Unterstützung zelebriert wird, kommen richtig gut an. Das Publikum springt und schunkelt sich durch das Konzert, zum Song „Schrumpfkopf im Rumtopf“ gibt es kurzfristig sogar einen kleinen Moshpit. Die Band wird am Abend nicht müde auf ihr kommendes Album aufmerksam zu machen, aus dem sie auch bereitwillig schon einige Songs spielen. Aber natürlich werden auch Klassiker nicht vergessen: „Achja!?“ inklusive des legendären Pöpelsolos, „Geißel der See“ oder „Booty Island“ werden von den drei Kanonieren zielgenau in das Publikum gefeuert. Am Ende holt man sich einfach alle Bands auf die Bühne und zelebriert ein Medley aus Covern bekannter Songs in Irish-Folk Manier und endet im legendären „Blau wie das Meer“. Ein äußerst gelungender Tourauftakt, sodass man am Ende dann traurig ist, dass das Konzert schon vorbei ist. Ein kleiner Trost ist der bevorstehende Sommer, bei der die Band sicher wieder bei der ein oder anderen Mittelalter- oder Metalveranstaltung zu finden sein wird.

Wer aber nun denkt, dass der Abend vorbei ist hat sich getäuscht. Die After-Show-Party wurde von keinem Geringeren als MacPiet bestritten, welcher mit Dudelsack und Gitarre der verbliebenen Meute noch ordentlich einheizte.

Ahoi!

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