DEVASTATOR – The Throne Belongs To Us
Cover_The Throne Belongs To Us 2017 - KopieGenre: Brutal Death Metal
Label: Kernkraftritter Records
Veröffentlichung: 17.03.2017
Bewertung: Bombe (9/10)

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Kinder, jetzt gibt’s mal so richtig auf die Fresse, denn die lieben Onkel von DEVASTATOR haben einen neuen Silberling und um es mal vorweg zu nehmen: Das Ding hat Klöten wie Hinkelsteine.

Schon das Intro wirkt, so langsam und kraftvoll wie es gesprochen ist, sehr mächtig. Direkt danach folgt der Titeltrack. Sänger Lenny schreit sich die Seele aus dem Leib. Als Vorstellung für neue Hörer nicht gerade passend, denn sein erster Schrei regt ein wenig zum Lachen an, klingt ein bisschen wie ein Hühnchen mit Schnappatmumg, wie der gute Horst Schlämmer, aber danach fängt er sich uns es gibt auf die Fresse.

Richtiges Geballer gibt es bei „Crushing Down“, das Schlagzeug ist so schnell und dennoch heftig, Drummer Eggi hat vermutlich Kaffee mit Red Bull gekocht und kann jetzt Geräusche sehen. Doch bei „Crushing Down“ hört man auch, die Jungs aus Hamburg können auch richtig melodisch kommen und so gibt es ein wundervolles Gitarrensolo. Hier hat man auch endlich mal eine Band, die „der Bass muss ficken“ verstanden hat, denn das tut der Bass hier – er fickt! Und so richtig fickerig wird er bei „Pork“, klingt, wenn man den Kontext nicht kennt, zugegebener Maßen ein wenig schweinisch. Ganz im Gegensatz zu DEVASTATOR. Die Band legt ein Tempo und eine Kraft an den Instrumenten vor, die man so wirklich sehr selten findet. Hier hört man in jedem Ton die Wut, die Passion und das Engagement der Band. Ein wenig aus dem Muster fällt der Song „76“. Nicht nur, dass er deutlich kürzer als der Rest ist, hier scheint die Band ein wenig in den Grindcore abzurutschen, wenn auch nur leicht.

So ziemlich jeder Song strotzt nur so vor Energie und völlig egal, ob man dies nun aus Hörer, Journalist oder Musiker betrachtet, die Band hat es einfach drauf. Bands wie Job For A Cowboy oder Cerebral Bore sind, so gut sie auch sein mögen, ein absoluter Scheißdreck gegen diese Wucht. Insbesondere Sänger Lenny ist eine absolute Naturgewalt. Mein persönlicher Favorit „The Urge To Decimate“ macht dies besonders deutlich. Power von der ersten Sekunde an und auch bei den leicht groovigen Parts verliert er nicht die Fassung.

Ein kleiner negativer Punkt ist jedoch da, nämlich das Gesamtbild. Alles scheint auf Geschwindigkeit und Brutalität ausgelegt zu sein, es wirkt sehr hektisch und teilweise ein wenig holprig. Auch die kleinen groovigen Parts oder ein tolles Solo hilft da nicht. Es ist nicht wirklich greifbar aber es gibt ihn, diesen einen kleinen Makel. Dies tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Vielleicht ist meine Birne auch vom Headbangen schon matschig wie eine gammlige Kartoffel, denn Headbangen ist hier vorprogrammiert.

Es gibt nichts was die Kraft dieser Band besser beschreibt, als ihr eigenes Cover. Ich bin absolut begeistert. Ich kannte die Band schon vorher, habe sie live gesehen und stand mit ihnen auf der Bühne. Aber fick die Henne noch eins, hier haben wir eine ganz neue Ebene in der Bandgeschichte von DEVASTATOR erreicht!