SOBER TRUTH – Locust▼Lunatic Asylum

Cover-3000px-FINALGenre: Thrash / Groove Metal
Label: TaktArt Records
Veröffentlichung: 17.02.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Manche Reviews könnten so einfach sein: Eine deutsche Band beschreibt sich selbst als „Prog Groove Metal“. Das kann ja nichts werden denkt sich der geneigte Rezensent aber irgendwie ist das alles nicht so einfach.

Den Beginn macht „Leave The Locust In The Lunatic Asylum“, ähnlich wie der Songtitel ist auch der Song selbst mit beinahe 5 Minuten überraschend lang und geleitet den Hörer durch die verschiedensten Genres. Hier und da ein wenig Core, dann ein wenig Death, eine Prise Groove und alles was es sonst noch so gibt, bis auf Hip Hop, da wird man hier leider nicht fündig.

Stilistisch anspruchsvoll bleibt es auch bei „Paragon“, der Song hat einen nahezu hymnisch wirkenden Refrain und erinnert sehr stark an die Finnen von Poisonblack. Der Song spiegelt das komplette Album nahezu perfekt wieder, denn hier sind beinahe alle Einflüsse des Albums zu finden. Viele Genres, viele Stile. Musikalisch kann man den drei Jungs und der einen Frau wirklich nichts vorwerfen, technisch hochanspruchsvoll und eine sehr einprägende Stimme.

Weiter geht es mit „Welcome To Majula“. Keine Ahnung wo das liegt, aber die musikalische Beschreibung klingt sehr interessant. Endlich mal ein Song der die Beschreibung „Prog Groove“ auch wirklich verdient, denn hier gibt es Groove wie ihn die alte Schule beibringt. Dazu gibt es noch ein paar kleine Gesangpassagen die mir ein wenig stark nach „Wir wollen ins Radio“ klingen, aber gut – es passt ins Gesamtkonzept. Schon deutlich weniger nach Radio klingt „Procrastination“, denn hier fühlt man sich sehr an Wayne Static und seine Kumpanen erinnert.

So einfach wie gehofft ist dieses Album leider nicht, denn es lebt von Gegensätzen. Es ist atmosphärisch, doch auch hektisch. Es hat Emotion, doch wirkt teils resigniert. Es ist aggressiv und melancholisch – es ist gut und schlecht.
Die Mucker scheinen große Spongebob Fans zu sein, denn den Gegenteiltag scheinen sie zu zelebrieren. Das Album ist aufgrund dieser ganzen Gegensätze leider sehr anstrengend zu hören und nichts für Zwischendurch, hier muss man sich Zeit nehmen. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, dann zündet es richtig und gerade durch die Gegensätze wird es einfach nicht langweilig. Leute – guter Stuff!

Damit wisst was ich meine, gebt Euch den Stuff mal hier: