EMMURE - Look at yourself 
Emmure
Genre: Metalcore
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 03.03.2017
Bewertung: Klasse (8/10)
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Als vor einer Weile verkündet wurde, dass alle Mitglieder außer der Sänger Frankie Palmeri ausgestiegen sind, hatte man EMMURE insgeheim irgendwie abgeschrieben. Grundsätzlich waren die letzten Veröffentlichungen nicht mehr so pralle und nur was für eingefleischte Fans. Ewiges Breakdown-Gehämmer mit ein paar schiefen Tönen und Psycho-Gesang sind zwar ganz geil, aber bieten eigentlich auf Dauer nicht so viel Potential… dachte ich. Denn dann kamen EMMURE zurück mit neuen Leuten und neuem Gewand, doch ohne die Wurzeln zu verraten, aber seht selbst:

Mit vielen Leersaiten beginnt das Intro „You asked for it“ ganz klassisch groovig im EMMURE -Stil. Doch der Gitarrensound klingt anders, irgendwie fetter und frischer, ich wurde langsam neugierig. Den Start macht der Song „Shinjuku Masterlord“, der gleich mal klarstellt, dass das hier zwar noch EMMURE sind, sie aber in Sachen Qualität eine ordentliche Schippe draufgelegt haben. Dissonate Akkorde walzen hier durch Shout- und Rapparts, welche ein erstaunliches Potential aufweisen, um dann schön in krummen Takten den EMMURE-Psycho-Sound zu transportieren. Hier macht der folgende Song „Smokey“ gleich weiter, der klanglich scheinbar für die Gummizelle geschrieben wurde. Der Blick in das Video, welches am selben Tag wie das Album veröffentlich wurde, bestätigt diese Annahme. Mit für EMMURE ungewöhnlich komplexem Riffing beginnt der Song „Natural Born Killer“, doch im Laufe wird dann wieder auf das simple Stakkato-Geprügel zurückgegriffen, welches aber mit den ultrafiesen Vocals eine enorme Zerstörungskraft entwickelt. Garniert mit dem neu entdeckten Rap, formt man hier einen echt fetten Song, der Live für ordentlich Krawall sorgen dürfte. Weiter geht es mit dem Song „Flag of the Beast“, der bereits vor Veröffentlichung des Albums als Video zu bestaunen war. Das Intro erinnert an Oomph! und die Strophe belebt die fetten rollenden Gitarren der vergangenen NuMetal-Ära wieder. Den Refrain könnten EMMURE glatt für große Hallen geschrieben haben. Ein äußerst abwechslungsreicher Song, der ordentlich reinhaut. Der nächste Song klingt anfangs als würde Korn eine neue Titelmusik für Spongebob geschrieben haben. Der Refrain von „Ice Man Confessions“ ist dann wieder ganz klassisch. Ein gelungener Song, der eine angenehme Abwechslung in das Album bringt. Krumme Takte leuten „Russian Hotel Aftermath“ ein. Hier wurde der alte EMMURE-Stil richtig schön mit neuen klanglichen und technischen Finessen aufgewertet. Zum Ende hin gibt es sogar einen melodischen und erstaunlich wenig hektischen Part. „Call me Nimib“ und „Major Key Alert“ sind dann wieder zwei ganz klassische Songs in neuem Sound-Gewand. Der folgende Song „Turtle in a Machine Hare“ sticht durch außergewöhnlichen Clean-Gesang im eh schon komplexen Refrain heraus. Im Ganzen hätte man diesen Song früher eher auf einem After The Burial Album erwartet und nicht bei EMMURE. Bei „Torch“ holt man dann einfach wieder wie früher den Baseballschläger raus und prügelt dem Hörer im Mid-Tempo ordentlich einen um die Ohren. Im Refrain groovt man sich noch ein bisschen durch die Gegend, aber im Großen und Ganzen ist dieser Song einfach nur fies. Nach dem kurzen Interlude „Derelict“ folgt der mit 4 Minuten längste Song des Albums: „Gucci Prison“. Hier scheint man noch mal alle Elemente des Albums zu verbinden. Metalcore trifft Nu-Metal, Psycho-Geschrei trifft Rap. Und wie schon vorher festgestellt wurde, sind die Rap-Parts stimmlich unheimlich gut. Das wird dem bösen Metaller nicht gefallen, aber dem gefällt EMMURE grundsätzlich auch eher weniger, somit ist das egal. Frankie und seine neuen Jungs haben hier ein echt ordentlich und interessantes Album abgeliefert. Wie im Genre aktuell üblich, wurde hier eine aalglatte Produktion, nein eher Überproduktion hingelegt, wo einfach jeder Ton und jedes Timing sitzt. Man hat es geschafft, den alten EMMURE Sound technisch und klanglich ordentlich aufzuwerten und kann damit nun sicher wieder Hörer abseits der festen Fanbase gewinnen. Ich kann nur jedem der sich im Core-Genre zu Hause fühlt dieses Album ans Herz legen. Kleiner Tipp: Hört es im Auto und hört es laut!

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