LETHE - The First Corpse On The Moon
Lethe - coverGenre: Experimental 
Label: My Kingdom Music
Veröffentlichung: 24.02.2017
Bewertung: Klasse (8/10) 

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Wer sich mit LETHE ohne weiteres Vorwissen beschäftigt, wird zunächst eine bereits bekannte Stimme wiedererkennen: Anna Murphy. Sie und Tor-Helge Skei aus Norwegen gründeten dieses Projekt bereits 2012 und „The First Corpse On The Moon“ ist die zweite Erscheinung dieses Duos, welches noch durch viele Gastmusiker unterstützt wird. Es ist wirklich schwer, dieser Musik einen Stempel aufzudrücken. Das Einzige, was wirklich offensichtlich zur Genrebestimmung beitragen könnte, ist die Experimentierfreudigkeit der Musiker. Vom Metal, über Electronic bis hin zu Trip Hop lassen sich sehr viele Einflüsse in den Songs finden. Auch vor verzerrten Klängen schreckt die Band nicht zurück, wie im Song „Night“ zu hören ist.

Trotz allem ist das Album in sich stimmig und melodisch, weshalb man durchaus Songs hat, die zu Ohrwürmern mutieren können. „Down Into The Sun“ lädt mit seinen Synthesizer-Passagen zu einer geistigen Reise durch den Weltraum ein – idealer Soundtrack zum Tagträumen und Loslassen der Gedanken. Gefolgt wird das Lied von „My Doom“, welches überraschenderweise nicht unbedingt düster und schwermütig daherkommt. Grundsätzlich kann man eine klangliche Nähe zum Weltraum auf diesem Album finden, was durch den Titel natürlich schon von alleine evoziert wird. Dazu tragen auch einige Tonspuren, die sich sehr nahe am Drone-Bereich bewegen, welche eine hintergründige, wunderbare Dunkelheit mitbringen, die ebenfalls zu den Weiten des Alls passt.

Man erahnt die melancholisch angehauchte Stimmung sofort, auch wenn nicht jedes Lied diese gleich hergibt. Dazu tragen beide Stimmen der Musiker auf jeden Fall bei, gerade Annas Gesang erinnert oft an den von Anna Katrin Egilstrøð (Valravn). Sie und Tor-Helge harmonieren sehr gut miteinander, man hat nie den Eindruck, dass der Gesang unpassend ist. Auch die Klavierpassagen fügen sich in diese Atmosphäre ein, und verstärken sie noch. Meinen persönlichen Wehrmutstropfen bei diesem Album stellen leider ein paar recht repetitive Lyrics dar. Auch wenn sowas manchmal als Stilmittel genutzt wird, kann ich einen solchen Sinn für diese CD nicht erkennen. Da können beide Musiker definitiv mehr aus sich rausholen.

Freunden der experimentellen Musik ist dieses Album von LETHE auf jeden Fall zu empfehlen. Eine schöne, verträumte, anspruchsvolle und abwechslungsreich gestaltete  musikalische Landschaft tut sich beim Hören vor dem inneren Auge auf, doch man wird nicht von chaotisch angeordneten Genremischungen erschlagen, wie das bei manch unerfahreneren Musikern der Fall ist. Ich bin mir sicher, dass das Duo sogar noch mehr Einflüsse zusammenbringen kann, ohne das es komisch klingt. Definitiv ein Projekt, welches sich zu verfolgen lohnt.

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