WARBRINGER – Woe To The Vanquished

NPR_Gatefold_TemplateGenre: Thrash Metal
Label: Napalm Records
Veröffentlichung: 31.03.2017
Bewertung: Sehr Gut (7/10)

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Bald ist es soweit liebe Freunde des Thrash-Metals! Am 31. März kommt die neue WARBRINGER Scheibe „Woe To The Vanquished“ auf den Markt. Ich durfte das gute Stück bereits vorab unter die Lupe nehmen und mein erster Gedanke nach erstmaligem Durchhören war ungefähr wie folg: „Geil Digga!“.

Das düster in dunklen Erdfarben gehaltene Cover lässt schonmal vermuten wohin die Reise geht. Passend zu den historisch angelehnten Texten, die sich durch das ganze Album ziehen (hauptsächlich verfasst von Sänger John Kevill, der gerade seinen Universitätsabschluss in Geschichte macht!) sieht man dort Kriegsmaschinerie vor einem vatikanähnlichen, altrömischen Palast warten.Natürlich unter einem  -in Hyeronimus Bosch Manier- dunkel brennendem Himmel. Auch zu sehen: Ein riesiger Stapel, vermutlich aus Bomben, die aber bei näherem Hinsehen auch als Zwiebeln interpretiert werden könnten. Leider konnte ich keine Textreferenzen finden, die meinen Verdacht auf Zwiebeln unterstützen, weshalb wohl die erste Variante stimmiger ist. Aber genug zum Kunst Leistungskurs, denn wir wollen schließlich schalltechnisch in die Fresse bekommen.

Und ja! Direkt im ersten Song „Silhouettes“, zu dem auch bereits ein offizielles Video auf Youtube erschienen ist, zeigen die Jungs alles was sie können ohne dabei das ganze Pulver vom Album zu verschießen. Hammer hart aggresiver Gesang mit stellenweisem Gejodel, ein Geprügel auf den Drums, messerscharfte Gitarrenarbeit, die schließlich auch in einem Gitarrensoli-Duell ausartet und ein aus dem Nichts kommender Tempowechsel, der dazu einlädt, sich im Kreis zu drehen und Sachen vom Tisch zu werfen. Und besonders zu loben ist hier der Bass, der nicht nur meisterhaft eingespielt ist, sondern auch einen ultra fetten Sound hat, und durchgehend zu hören ist ohne einem auf den Sack zu gehen. Hier schonmal das erste Lob an Produzent und Toningenieur!

Der zweite Track der Scheibe ist der Titeltrack „Woe To The Vanquished“ der auch direkt mit der Tür in Haus fällt, aber dennoch melodisch und groove bleibt. Hier zeigt auch Drummer Carlos Cruz, dass er Blast-Beats abliefern kann, und das nicht zu sparsam! Und pünktlich zur Halbzeit des Songs klopft auch schon das erste Gitarrensolo an die Tür, die ja schon in den ersten fünf Sekunden des Songs eingetreten wurde. Hiernach findet sogar eine Akkustikgittare einen kleinen Platz im Spotlicht, und wird dabei von Blast-Beats und schrammelnden Gitarren unterschtütz, sodass sogar kurzzeitig etwas Black-Metal Stimmung aufkommt, bevor es ins nächste Sologemetzel geht. Hier das zweite Lob an die Produktion. Alles ist sehr transparent gehalten ohne zu künstlich zu wirken. Durchweg solide geht es in den nachfolgenden Tracks weiter und ein jeder hat eine Überraschung parat, sodass es durchgängig interessant bleibt. So wird nun beim dritten Track „Remain Violent“ das Tempo auf Fußmarsch-Nivea runtergefahren und mit soliden 4/4-Takten zum Air-Drumming eingeladen, was selbst so ein Nichtschlagzeuger wie ich überzeugend darbieten kann.

Track vier namens „Shellfire“ löst die Handbremse wieder, und schaltet bei durchgetretenem Gaspedal in den Rückwärtsgang um dabei mit der Ak-47-Snare durch die Windschutzscheibe zu ballern und nach einem stampfenden Raining-Blood-Part eine Bombe im Sinne eines Drops loszulassen. Auch hier findet irgendwann sogar eine Akkustikgitarre Platz ohne komisch zu wirken. Es folgt Track fünf „Descending Blade“ mit einem catchy Gitarren-Riff und einem Metzel-Part am Ende des Songs, der den wohl höhsten Jodler von Sänger John Kevill beherbergt. Gefolgt von Track sechs „Spectral Asylum“, der durch seine atmospährische Art wieder etwas Neues einführt und für die Abwechslungs sorgt, die das Interesse aufrecht hält. Track sieben „Divinity Of  Flesh“ ist eine gelungene Mischung aus schnellem Tempo, hochwertigen doppelläufigen, melodischen Gitarren-Riffs und Blast-Beats. Erinnert an einigen Stellen sogar an die Thrash-Kolegen von VEKTOR, was ich durchaus positiv finde. Der achte und letzte Song „When The Guns Fell Silent“, der mit 11 Minuten und 11 Sekunden der längste des Albums ist, beendet das Gesamtwerk in gedigenem Tempo mit Endzeitstimmung bevor er kurz vor End noch leicht das Tempo anzieht, damit die Guitar Heros nochmal kurz mit Soli auftrumpfen können. Eine runde Sache, die einen zufrieden zurück lässt.

Zusammengefasst liegt uns also eine gelungene Scheibe, mit massiver und transparenter Produktion vor, die durchweg drückt, interessant bleibt und auch im Ohr hängen bleibt. Für Geschichtsfans sicherlich besonders interessant, da die Text von historischen Referenzen nur so durchsetzt sind. Einziger Kritikpunkt von mir sind die Übergangsparts, die ab und zu etwas zu lange brauchen um zur Sache zu kommen und diese „so jetzt gehts gleich los“ Erwartung etwas enttäuschen, folglich das aufgebaute Tempo etwas raus nehmen. Auch wird hier das Rad nicht neu erfunden, jedoch solide abgeliefert.