HULDRE - Tusmørke
Huldre_Tusmørke_Frontcover_3000pxGenre: Folk Metal
Label: Gateway Music
Veröffentlichung: 03.11.2016
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Für Folk Metal bin ich immer zu haben. Ich habe schon von vielen gehört, dass viele Bands dieses Genres im Grunde genommen doch irgendwie alle gleich anhören. Auch wenn das durch die Folkinstrumente wohl oder übel bis zu einem gewissen Maße gegeben ist, erfreue ich mich stets an dieser Musikrichtung. Von HULDRE aus Dänemark hatte ich schon gehört, aber bisher nicht die Chance ergriffen, mich mit ihrer Musik zu beschäftigen. Das ändert sich nun.

Die ersten paar Songs sind ein guter Einstieg, doch fehlt es ihnen ein wenig an Schwung, man wird nicht sofort mitgerissen. Obwohl die Produktion an sich gut ist, sind die einzelnen Instrumente nicht immer deutlich differenzierbar, es läuft ein wenig in sich zusammen. Dahingegen ist die Stimme der Sängerin recht gut zu hören. Nanna macht hier einen wirklich tollen Job, von opernhaft bis krächzend ist alles vertreten.

Mit jedem Lied wird das Album ein wenig dynamischer und abwechslungsreicher. Am Anfang plätschert es vor sich hin,“Hindeham“ und „Underjordisk“ beinhalten schon ein paar dynamischere Passagen, doch das Album entfaltet sich erst ab „Fæstemand“ so richtig. Ab da fängt das Mitwipp-Territorium an. „Fæstemand“ ist ein mystischer und dramatischer Song, dem nicht mehr viel fehlt, um das Prädikat „episch“ zu erhalten. Zunächst gibt es einen akustischen Teil, dann sehr schöne Melodien, und ein tragender Gesang dazu, so könnte auch eine tragische Heldensage klingen. „Mørke“ prescht hier wiederum nach vorne, stillsitzen gestaltet sich dabei eher schwierig. Dieser Song macht sehr viel Spaß. Mit „Nattesorg“ schließt das Album nochmal schleppend und schwermütig ab. Aber so schließt sich ein Kreis.

Abschließend kann man sagen, dass man definitiv noch an der Abmischung der Instrumente arbeiten könnte. Allein schon, damit nicht nur Nanna am deutlichsten wahrzunehmen ist. „Tusmørke“ ist ein gutes Album, doch hat man das Gefühl, dass die Musiker bei den Kompositionen auf Nummer sicher gegangen sind, viele Lieder sind eher einfach gehalten. Ich bin mir sicher, dass die Band abwechlungsreichere und komplexere Lieder komponieren kann. Auch an Dynamik wurde für meinen Geschmack ein wenig zu sehr gesparrt. Einige Passagen machten einen kurzen Abstecher in düstere Gefilde, was der Musik durchaus einen Hauch mehr angenehmer Spannung verlieh. Obwohl die Band schon ein paar Jährchen existiert, sind sie doch immer noch ein Geheimtipp innerhalb der Szene. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Musiker noch mehr können, als sie auf dieser Platte gezeigt haben. Ich bin gespannt, was da noch kommt.