FREAKINGS - Toxic End

Freakings - Toxic EndGenre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 06.03.2017
Bewertung: 8/10 (Klasse)

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Wenn man sich ein Album das erste Mal anhört, sollte man es im Ganzen und in der richtigen Reihenfolge vom ersten bis zum letzten Track tun, da sich der Küstler bestimmt etwas dabei gedacht hat. Oder vielleicht auch nicht, man weiß es nie so genau. Beim Betrachten von FREAKINGS‘ „Toxic End“ fällt mir sofort der Track nummer 10 „Beer Attack“ auf und … naja … Scheiß drauf! YOLO! Also mach ich es wie bei der NASA und fange bei 10 an. Meine Erwartungen wurden übertroffen! Was sich mir darbietet sind agressive 76 Sekunden (wovon die letzten 10 Sekunden das Sample eines Bieres sind, welches geöffnet wird)  auf hohem Tempo bei dem gnadenlos durchgezogen wird. Viel Zeit bleibt da nicht für seitenweise Text und wiederholungen von Refrains, dehalb gibts den Refrain nur einmal. Aber alleine das reicht schon aus, um sich direkt wie eine Böllerexplosion im Gehörgang festzubrennen und einen Ohrwurm zu zeugen. Crowdshouts mit dem Songtitel, die witzig gesetzt sind, und durch einen noch lustigeren, verzögerten Schrei des Sängers (ebenfalls der Songtitel) ergänzt werden, bilden eine sehr eingängige Einheit und veranlassen mich direkt das Album aufs Handy zu ziehen, und mit aufgerissenen Kopfhöhren zum nächsten Kiosk zu latschen und ein Sixpack Bier käuflich zu erwerben, um dieses direkt im Anschluss zu verköstigen. Was man also schonmal sagen kann ist, dass die Jungs von FREAKINGS auf jeden Fall Humor haben.
Beim weiteren Durchhören kommt echt Laune auf. Die anderen Tracks sind auf jeden Fall länger, und haben auch etwas anspruchvollere Strukturen, die nicht nur aus Intro-Refrain-Sample bestehen. Auch ist einmal anzumerken, dass „Beer Attack“ der schnellste Track des Albums ist. Die anderen 10 Track sind bis auf zwei Ausnahmen alle im selben Tempo, was dann auf Dauer doch etwas eintönig rüberkommt, da das Schlagzeug meisten nur den ‚Ufta-Ufta‘ – Beat spielt. Doch eingängige Refrains die von Crowdshouts gespickt sind wie z.B. beim Track „Violent Disaster“, hellen das ganze wieder etwas auf und liefern Wiedererkennungswert. Auch kann ich mir gut vorstellen, dass die Songs aufgrund der Einfachheit der Refrains viel Potential für die Live-Situation haben. Der ‚Moshpit‘ – Faktor ist hier ohne zweifel sehr erhaben. Das ein oder andere Solo wird ebenfalls zum Besten gegeben wie z.B beim Titeltrack „Toxic End“. Diese fallen eher in die Kategorie ‚Thrashiges geschrammel‘, und sind nicht wirklich Ergüsse extrem technischer Frikelei, wie in so manch einer zu tode polierten Produktion, was aber passt und das ganze recht stimmig wirken lässt.
Der Gesang reiht sich, ohne großartig zu varieren, angenehm in das Gesamtbild ein und ist gut verständlich. Eigentlich ist es einfach nur trockenes Gepöbel mit Charm, wie man es von einer Baustelle kennt. Saiteninstrumente und Drums sind tight eingespielt und lassen das Gesamtbild trotz hoher Tempi solide wirken ohne an der ein oder anderen Stelle holprig zu sein. Die Gitarren könnten meiner Meinung etwas saftiger klingen und dafür dem Bass etwas mehr Freiraum in den Höhen lassen. Aber alles in allem eine anständige Produktion, die gut auf das musikalische Material abgestimmt ist.
Wer also Musik zum Anheizen und Mitbrüllen braucht für eine Autofahrt zum Konzert oder als Hintergrundrauschen während Wrestlingkämpfen mit Zeltnachbarn auf dem Campingplatz bei einem Festival, ist mit „Toxic End“ gut beraten. Etwas mehr Abwechslung im Songmaterial wäre wünschenswert gewesen, vorallen weil ja einige Tracks echt gute Ansätze mit langsameren und groovygeren Parts liefern, jedoch sehr schnell wieder in ‚Ufta‘ – Thrash verfallen.

 

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