DAVID HASSELHOFF - You Are Everything
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Genre: Drunk Burger Rock
Label: Ariola
Veröffentlichung: 1993
Bewertung: over 9000

Das Album „You Are Everything“ von David Hasselhoff, veröffentlicht am 22.11.1993, gilt als Meilenstein der Musikgeschichte. Und dies bleibt vollkommen unumstritten. Kein Album hat es je geschafft jede denkbare menschliche Emotion in ein musikalisches Gewand zu zaubern, wie dieser Longplayer. Hier wurde absolut alles richtig gemacht. Unnachahmlich ist auch das Artwork. Es zeigt David in einem maßgeschneiderten blauen Armani Anzug, wie er lasziv seine Brusthaare zur Schau stellt. Ein Antlitz männlicher Stärke und Erhabenheit. Und doch, seine Pose signalisiert in Gedanken verlorene Trauer. Edle Niedergeschlagenheit. Eine Emotion, die uns noch oft beim Hören des Albums mitreißen wird und auch dem positivsten Menschen eine ewige Depression bescheren kann.

„Dance Dance D’Amour“ gleitet sanft in den Gehörgang wie ein Stöpsel in den Badewannenablauf. Davids einmalige Stimme kommt flüsternd zur Geltung und wechselt sich mit einer verzweifelt um seine Anerkennung bettelnden Frauenstimme ab. Ein Stampfender Beat im Refrain, sowie harte Crowdshouts machen diesen Song zum perfekten Opener.

„Miracle Of Love“ zeigt den Hoff erstmals verzweifelt vor Liebesentzug. Untermalen wird dies von einem messerscharfen Gitarrenriff im Intro, der jeden Slayersong in den Schatten stellt. Die Klaviermelodie, sowie eine ins Mark fahrende Panflöte geben dem vor Liebe durstenden Zuhörer den Rest. In „Hot Shot City“ wird urplötzlich die Gangart derbe angezogen. Ein galaktisch schneller Beat warnt uns vor: jetzt ist Abriss angesagt, macht euch auf einen Circle Pit gefasst! Der perfekt eingängige Mainriff (wahrscheinlich von David selbst eingespielt) geleitet uns in einen Mitgröl-Refrain, der 1:1 von unzähligen Künstlern kopiert wurde. Lyrisch zeigt sich David von seiner selbstbewussten Seite, als Playboy und Weiberheld. Es kommt Cabrio- und Bordellfeeling auf! „Give Me Something Real Girl“ beginnt mit einem „Gene Hoglan-Like“ Drumfill. David sucht hier eindeutig „Something Real, Girl“. Er bettelt um die wahre Liebe,
weiss jedoch genau, Frauen wollen nur seinen Körper und sein Geld. Der treibende
elektronische Beat und die ausgeklügelten Keyboardläufe sind einfach unglaublich und
magisch. Ein mehrstimmiger Frauenchor unterstreicht Davids herrlich maskuline, aber auch zerbrechliche Stimme.
Wir kommen zu „Until The Last Teardrop Falls“, dem absoluten Highlight des Albums. Die Ballade startet mit sehr verstörenden Klängen. Die Stimmung ist von der ersten Sekunde an bedrückend. Das elektronische Drumkit ist stark mit Reverb versehen und agiert eher im Hintergrund, während Keyboard und Bass für Beklemmung sorgen, begleitet durch eine sanfte Gitarrenmelodie. David steigt mit der Zeile „I’m dancing in the fire, maybe I’m addicted to pain“ ein. Beim ersten Hören macht sich direkt die Befürchtung breit, es könnte sich um einen versteckten Abschiedsbrief Davids handeln, bevor dieser sich selbst mit einer Wumme den Rest gibt. Die Sorge wird erst dann genommen, als eine weibliche Stimme einsetzt und ihm Mut macht. David zeigt hier seine unglaubliche Vocal-Range, von der sich Mittelklassesänger wie Rob Halford oder Bruce Dickinson eine Scheibe abschneiden können. Er schreit sich in allen Tonhöhen die Verzweiflung von der Seele. Die zweite Strophe wird größtenteils von seiner weiblichen Begleitung gesungen. Wahrscheinlich erlitt David im Studio einen mentalen Zusammenbruch, weshalb er diesen Part nicht mehr einzusingen vermochte. Eine
unerreichbare Ballade, die bis zum bitteren Ende spannend bleibt. „Sunday Dreaming“ lässt wieder aufatmen. Der Hoff hat sich gefangen und liefert einen Song ab, der nur so vor Lebensfreunde und Agilität strotzt. Doch es ist zu erahnen, diese Freude währt nicht lange…
Der eindrucksvoll herunterziehende Title-Track beschreibt herausragend Davids innere
Zerrissenheit und seine stark klaustrophobisch ausgeprägten Anwandlungen. Er startet mit einer mysteriösen Keyboardmelodie, gepaart mit gequält verzerrten Gitarrenleads. Hauchend flüstert David seine Angst alleine zu sterben, unendliche Trauer und Verlorenheit in den Straßen einer uns unbekannten Großstadt ins Ohr, bevor er, unterstützt durch einen kraftvollen Jazzchor, im Refrain nochmal ordentlich vom Leder lässt und schreit was das Zeug hält. Gänsehaut ist hier definitiv vorprogrammiert. Geschunkelt darf auch werden. In „St. Pedro’s Children“ kommt der obligatorische Kinderchor eines Bootcamps zum Einsatz, bevor mit „A Star Looks Down Tonight“ der letzte große Kracher von „You Are Everything“ gezündet wird. Hier singt David ein intimes Duett mit seiner Tochter. Wer dabei nicht eine Träne vergießt ist absolut herz- und emotionslos! Beide trauern der verstorbenen Mutter nach, die von einem Stern auf beide hinabschaut. Eine ruhige Gitarre begleitet die beiden auf ihrem bitteren Trip durch die endlosen Weiten unendlicher Niedergeschlagenheit.
Ein „Must-Have“ in jeder Plattensammlung!! Wer „You Are Everything“ nicht mag,
weiß nicht was gute Musik ist.__________________________________
Kenjamin „Hell’s Breath“ McCoy

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