MODERN TALKING – Back for Good
51cxulGEcFLGenre: Extreme Accordion Grind
Label: Hansa Musik Porduktion
Veröffentlichung: 30.03.1998

Bewertung: unbeschreibich?


Da ist ein Frettchen geplatzt…“ dachte ich mir beim Anblick des Covers, nachdem das Album mit den besten Grüßen aus der Redaktion auf meinem Schreibtisch landete.

Nicht nur einen roten Faden für diese Rezension zu finden, nein selbst der Anfang gestaltet sich doch schwieriger als gedacht. Da liegt es, DAS Comeback Album des Multimedialen Titanen und Sonnenbankflavour-Pfeifers, sowie seinem rausgeputzten Gesangs-Sidekick und Blendadent-White Models. Schwierig Schwierig.
Der abstruse Gedanke, die Scheibe überhaupt erstmal in die Anlage zu stecken, kommt mir überraschend spät, doch immerhin noch rechtzeitig vor Redaktionsschluss. Was dann folgt ist wahrlich schwer in Worte zu fassen, für jemanden der außer kurzen Einspielern in der RTL-Chartshow von annodazumal im ehemals heimischen, elterlichen Wohnzimmer tatsächlich noch nie einen kompletten Songs dieses infernalen Duos geschafft hat, am Stück zu hören. Im selben Moment, als die verhornte Kuppe meines Hauptzeigefingers auf den Play-Button drückt explodiert mein Wohnzimmer. Zumindest nehme ich dies an, nachdem ich aus einer kurzen Ohnmacht erwache, nur um festzustellen, dass sowohl ich, als auch das mich umgebende Mobiliar unversehrt sind. Ich liege ausgestreckt auf dem laminierten Fußboden und stampfende Plastikbeats durchzucken meinen hilflosen Leib. Mit letzter Kraft schaffe ich es mich auf den Bauch zu wälzen und schleppe mich, schwach und im Takt zitternd, in Richtung der Anlage um mal ein ernsthaftes Wort mit der offensichtlich kaputten Volume-Controll zu wechseln. Diese verneint jedoch sämtliche etwaige Beschädigung und erinnert mich an den gestrigen Abend. Nebulös fällt es mir wieder ein und ich verfluche das Low-Fi Blackmetal Tape, dem ich es zu verdanken habe, dass die Lautstärke voll aufgerissen werden musste um überhaupt etwas mehr als Rauschen zu hören. Danke dafür nach Norwegen.

Nachdem ich es geschafft habe leiser zu drehen sitze ich etwas ratlos und verloren auf dem Boden und erwische mich dabei, wie ich zuerst leicht, dann immer stärker im Takt mitwippe. Und je länger ich mich von diesem herrlich weichen, warmen und perfekt programmierten 4/4 Takt umspülen lasse, merke ich wie mir alles immer egaler und beliebiger wird. Kurz lache ich, ob der Falsettstimmen, nur um dann im nächsten Moment schmerzlich an den armen Theon Greyjoy erinnert zu werden, dessen Verlust des Skrotums samt Inhalt eine äußerst schmerzliche und traumatisierende Erfahrung war. Ich beginne Mitleid zu empfinden.
Als nach einer Stunde, 11 Minuten und 22 Sekunden der Letzte Ton verklungen ist, fühle ich mich ausgelaugt und schwach. Einen ähnlichen Effekt vermochte bisher nur Xasthur’s „The funeral of Being“ bei mir auszulösen. Wer es schafft, solch seelenerschütternden Klänge zu zaubern, verdient die volle Punktzahl!

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Vielen Dank an unseren Gastautoren Rolf Wabe, der sich für dieses Review zum Deppen gemacht hat.