Fuck Cancer Festival – 11.03.2017

17155425_1937473173149745_2019552674595392344_n

Spätestens seit unserem Interview mit Veranstalter Nico kennt wohl die ganze Welt das FUCK CANCER FESTIVAL im Juki42 in Ahrensburg. Von Ahrensburg kann man ja halten was man will, aber ein Event eigens für das Kinderhospitz Sternbrücke mit mehreren Tausend Euro an Spendengeldern? Da kann man nur sagen: Mega geil!

Vor dem JUKI ist schon gut was los, als die erste Band des Tages zum Feiern einlädt. TERRA ATLANTIKA sind mir ihrem eigens kreierten Stil „Atlantic Power Metal“ wohl recht einzigartig auf der Welt, ganz im Gegensatz zu ihrer Show. Diese ist nicht verkehrt, hier und da wird zum Mitmachen angeregt, aber wirklich grandios ist was anderes. Als Opener für den Tag jedoch recht gut gewählt.

Eine kurze Bierpause am Tresen später geht es auch schon weiter mit BOREOUT SYNDROME. Die Death / Grind Band aus Elmshorn scheint sich selbst nicht wirklich ernst zu nehmen, legt jedoch ein richtiges Brett an den Tag. Wer auf richtig brutalen Shit steht, ist hier genau richtig. Das Publikum scheint darauf zu stehen. Zwar ist das Juki42 jetzt nicht gerade überfüllt, aber dafür ist die Stimmung recht ausgelassen und gut.  OBSKURA sind als nächstes dran, jedoch steht für den Tag auch noch Döner auf dem Plan. Hier fällt die Wahl wohl nicht schwer, der Döner gewinnt. Er gewinnt immer.

Voll gefressen und noch ein wenig betrunkener als vorher geht es zurück zur Location. Entweder liegt es am Schnaps oder an der Band, aber PRECIPITATION ist schon echt schwierig auszusprechen. Hier muss ein kurzer Blick reichen, der jedoch echt positiv ausfällt. Energie, Power und eine abgehende Meute. Zugegeben: Vor der Tür ist es gerade interessanter, Alkohol und so. Ein wenig Geschnacke mit Freunden und anderen Fans muss nun mal auch sein.

Weiter geht es dann mit der Power Metal Band POWERHEAD, die schon von Beginn an im Gedächtnis bleiben wird. „Wir können noch nicht anfangen, unser Schlagzeuger ist auf Klo“ ist womöglich die lustigste Aussage, die von einer Band jemals auf einer Bühne getroffen wurde – neben „Wir sind alle nüchtern“ versteht sich. Der Drummer ist also auf Klo, die Band zockt sich warm. Der Klo-Vergleich passt recht gut, denn die Band scheint ein echter Griff ins Klo zu sein. Wenig Stimmung vor und auf der Bühne, der Sound ist im Vergleich eher mittelmäßig, auch wenn er den ganzen Tag noch nicht perfekt war und die Band wirkt einfach nur ein wenig fehl am Platz.

DUROTHAR habe ich hier und da mal am Rande ein wenig gehört, das neue Album an getestet, aber das war es dann auch. Hier war dann die Devise „lieber keinen Bericht als vollends Gepöbel“ siegreich.

Zu SURFACE muss man eigentlich gar nicht mehr groß was sagen. Die Band hat Eier und Sänger Tom gibt ordentlich Vollgas. Das Publikum dankt es der Band und geht gut ab vor der Bühne. Passend dazu ist auch die Show auf der Bühne nicht verkehrt. Der Sound ist auch hier nicht wirklich perfekt aber es ist auszuhalten, da gab es den Tag über schon viel schlechtere Töne vom Mischer zu hören.

Wenn man zu SURFACE schon nichts sagen muss, dann zu ENDSEEKER erst recht nichts. Die Band ist eine Institution, eine Urgewalt, ein Licht im Dunkeln, ein Döner am faulen Sonntag – wie eine Rolle Panzertape. Ist etwas nicht gut oder kaputt, dann einfach mehr Panzertape – oder aber ENDSEEKER. Ein ausführlicher, blumiger Bericht mit vielen literarischen Bildern ist hier weder möglich noch nötig. Die Band war geil. Hammer Show – Hammer Publikum. Energie, Emotion und Party.

Das FUCK CANCER ist nicht nur ein Festival für den guten Zweck, sondern auch ein richtiges Fan-Festival. Die Bands sind sehr nah an den Zuschauern (wörtlich gesprochen) und man legt viel Wert auf Fan Nähe. Die Leute sind nett und die Bands grandios. Es war mir wirklich ein inneres Blumenpflücken dieses Event besuchen zu dürfen.