MYRKGRAV - Takk og farvel; tida er blitt ei annen
612804Genre: Blackened Folk Metal
Label: Independent
Veröffentlichung: 26.10.2016
Bewertung: Gut (6/10)

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„Takk og farvel; tida er blitt ei annen“ ist nicht gerade der einfachste Name für ein Album, schon gar nicht, wenn man kein Norwegisch kann. Es bedeutet so viel wie „Vielen Dank und auf Wiedersehen, die Zeiten haben sich geändert“. Wie man nun den Titel interpretieren soll, sei jedem selbst überlassen. Zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung ist nun ein zweites Album erhältlich.

Bei einer Anzahl von 14 Songs ist es schwer zu glauben, dass alle sozusagen frisch sind. In der Tat sind sie es nicht, ganze fünf Songs sind nämlich erneut aufgenommen oder verändert worden. Außer einem sind alle Lieder auf Norwegisch und es gibt vier Instrumentalstücke. Bei der Menge an Liedern ist es auch nicht verwunderlich, wenn es keine überlangen Songs gibt.

Trotz des Mischgenres sind die einzelnen Lieder recht klar eher einem der beiden fusionierten Genres zuzuordnen, entweder Black oder Folk. Das ist einer von mehreren Faktoren, warum das Album irgendwie nicht richtig als Einheit wahrgenommen wird. Durch den sich abwechselnden Fokus hat der Hörer das Gefühl, dass hier zwei Alben in eins gesteckt worden sind. Lars Jensen zeigt eine gute stimmliche Vielfalt, mal lagerfeuerhaft (fast schon dramatisch-heroisch wie bei Gernotshagen) mal in guter alter Black-Metal-Manier präsentiert er seineTexte.

Ein guter Anspieltipp ist auf diesem Album das Lied „Om å danse bekhette“, obwohl das eines der wiederveröffentlichten Lieder ist. Hier findet man von allem ein bisschen und der Refrain ist eingängig. Gleich im darauffolgenden, instrumentalen Lied bekommt man ein spannendes Gitarrenspiel geboten. Dieses ist leider nicht immer so auf dem Album.

MYRKGRAV stellen ein gut produziertes Album vor, welches jedoch nicht hundertprozentig überzeugen kann. Die Instrumentalwerke und der wechselnde Genrefokus lassen das Album eher zerhackstückelt als abgerundet wirken,  auch durch die neu aufgenommenen Lieder wirkt alles eher wie eine Compilation und nicht wie ein für sich stehendes Album. In dieser Metalsektion gibt es dann doch überzeugendere Projekte, aber das Album ist keineswegs zu verachten. Mit einer eigenen Note, die sich noch deutlicher hervortut, kann man noch einiges rausholen.