ETERNAL WISDOM - Meditation Of The Cleansing Fire
Eternal Wisdom - Meditation Of The Cleansing FireGenre: Melodic Death Metal
Label: O.T.O.W
Veröffentlichung: 21.12.2012
Bewertung: Gut (6/10)

Facebook

„Meditation Of The Cleansing Fire“ – ein Album das so sehr von Feingefühl und Passion trieft, das man schon fast das Gefühl hat, darin schwimmen zu können. Zugegebener Maßen ist es an einigen Stellen noch nicht ganz vollkommen und könnte einen Ticken mehr „Wow!“ vertragen, aber hey! Man muss bedenken, dass es sich bei ETERNAL WISDOM um ein Ein-Mann-Projekt von Johannes Tüllner handelt (der ebenfalls hinter TOTGEBURT steckt) und dafür hat er ordentlich Respekt verdient.

Jeder Song dieses Albums ist ein in sich geschlossenes Werk, also kein lockerer Spatziergang durch den lustigen Märchenwald, was schon anhand der philosophisch sowie theologisch anmutenden Songnamen deutlich wird. Hier geht es von „Revelation Of A Dreaming God“ über „The Return To Enlightment“ zu „From Chaos To Cosmos“ einmal kurz durch die verzweigten Hirnwindungen Tüllners.

Betrachtet man einmal die Arrangements wie beispielsweise im 4. Track „Revelation Of A Dreaming God“, fällt sofort die Liebe zum Detail ins Auge bzw. Ohr. Ein ruhiges Intro, was bedacht lauter wird ohne aufdringlich zu werden oder den Song in die Länge zu ziehen, dann aber von eingängigen Gitarren und den typischen Blast Beats verjagt wird. An Rythmus- sowei Tempowechseln hat der gute Tüllner auch nicht gespart und fast wie von selbst fließt dort ein wilder Part in den nächsten, noch wilderen und wieder zurück in einen gemäßigten.

Genau mit dieser Art der Abwechslung spielt Johannes ohne Langweile aufkommen zu lassen. Mal sind nur Akkustische Gitarren am Werk, die dann später durch ihre großen Geschwister abgelöst werden oder andersherum. Am deutlichsten wird dies im letzten Track, in dem sich ein veträumtes E-Gitarren-Solo über zurückhaltende A-Gitarren ausbreitet und gegen Ende des Songs kommen sogar noch ein paar Streicher zu Besuch. Zwischendrin gibt es natürlich noch die gewohnte Trommelfellmassage, einen komplett ruhigen Song zu schreiben wäre ja schließlich sinnfrei.

Gegner der Eintönigkeit und der sich wiederholenden Parts werden also auch bei diesem Album ihren Spaß haben, da trotz der üblichen Wiederholungen, um die man größtenteils einfach nicht drumherum kommt, immer wieder kleine lustige Extras eingebaut werden, die zwar erst gefunden werden müssen, dafür aber nicht mehr aus dem Kopf gehen. Quasi die musikalische Version für Erwachsene von „Wo ist Walter?“.

„I Am Eternal“ ist meines Erachtens nach der beste Song von „Meditation Of The Cleansing Fire“. Einfach aufgrund der Zusammenarbeit von Gitarren und Vocals, die den/die HörerIn von einer Stelle förmlich zur nächsten trägt. Es mag vielleicht nicht alles vom Text von vornherein zu verstehen sein, aber trotzdem ist zu spüren wie viel Emotionalität dahinter steckt. Und um ehrlich zu sein, benötigt man die Vocals noch nicht mal um dies zu bemerken, da in der Spielweise der einzelnen Instrumente schon genügend Leidenschaft steckt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass hinter dieser Platte viel Arbeit steckt, die auch durchaus herauszuhören ist. Es scheint wirklich ein Projekt zu sein, hinter dem Johannes Tüllner zu 100% steht und stolz auf jeden einzelnen Ton ist, egal ob er jemandem gefällt oder nicht. Musikmachen kann er schließlich, das kann niemand bestreiten. Was ich aber leider zugeben muss ist, dass ich kein riesen Fan von seiner Stimmfarbe bin und auch was das mixing angeht, bin ich nicht allzusehr erfreut darüber. Die Drums klingen zu sehr nach verwaschenem Platik und die Gitarren könnten klarer und mit mehr Höhen ausgestattet sein. Aber nichts desto trotz, kaufen, reinhören und behalten lohnt sich, auch wenn man es vielleicht ersteinmal warmlaufen lassen muss.