VANAHEIM – THE HOUSE SPIRIT
Vanaheim_coverGenre: Folk / Pagan Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 24.04.2017
Bewertung: Bombe (9/10)

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Die Käsköppe von VANAHEIM sind los und haben Ihre erste EP „The House Spirit“ im Gepäck und um mal ein wenig zu spoilern: Der Shit haut rein!

Mit vier Songs und knapp 28 Minuten Spielzeit ist die EP relativ lang geraten, was, wenn die EP nicht so gut wäre, durchaus nervig wäre.  Die EP beginnt direkt mit „The Dwarven Chant“ und schon nach den ersten Sekunden will man eigentlich wieder abschalten. Ein Ensiferum-artiger Chorsgesang, der live wohl zum Mitsingen anregen soll, eröffnet die EP. Wenig originell und nicht wirklich der beste Eindruck zu Beginn. Kurze Zeit später folgt dann jedoch der Metal-Part und ich bin wirklich positiv überrascht. Häufige Leser hätten jetzt wohl eher die typische Zynismus-Keule erwartet aber VANAHEIM legen hier ein richtiges Brett vor. Besonders Sänger Zino hat einiges auf dem Kasten und erinnert ein wenig an Helge Stang, bekannt als ehemaliger Equilibrium Sänger.
Weiter geht es mit „Domovoi“, der zwar ein wenig holprig anfängt aber sich recht schnell fängt und zeigt, wo die Band herkommt. Hier wird es richtig folkig mit starkem Pagan und sogar einem kleinen Death Einschlag. Prügelnde Drums, schnelle und aggressive Gitarren paaren sich hier perfekt mit der kratzigen und aggressiven Stimme von Sänger Zino. Zwar sind alle Musiker von VANAHEIM wirklich talentiert und beherrschen ihr jeweiliges Instrument offenbar tadellos, doch Sänger Zino muss einfach gesondert gelobt werden. Hier muss ich dann doch mal den Fanboy raushängen lassen. Hier und da merkt man dann leider doch, das die Produktion kein High-End Produkt ist und einige kleine „Fehler“ auf weißt, jedoch nur so marginal, dass sie dem typischen 08/15 Hörer gar nicht auffallen würde.

Nun geht es auf eine weite Reise: Ein Bild erscheint, ein wenig verschwommen, doch langsam wird es schärfer und man erkennt, dass man sich auf einer Reise über die dunklen Wälder Alaskas befindet. Hier und da jault ein Wolf und die Sterne tauchen alles in ein sehr magisches, kaltes Licht. Eine Frau erscheint, die mit ihrem Kind im Arm durch die Wälder läuft – scheinbar Ziellos und doch gewiss wohin die Reise gehen soll. Genau dieses Bild ruft „Forefather’s Awakening“ hervor. Ein siebenminütiges Stück, welches ganz für sich steht und ein eigenes Universum bildet. Bei diesen Klängen bin ich mir selbst nicht sicher, ob die Jungs wissen, dass sie aus Holland kommen.
Ähnlich atmosphärisch startet auch „Daughter Of The Dawn“, bis die Band dann aber wieder die Metalkeule rausholt und ordentlich Gas gibt. Ein Akkordion gibt es hier sogar auch noch zu Hören, das den folkigen Teil des Songs noch ordentlich untermauert. Nach „Forefather’s Awakening“ muss auch durchaus noch einmal betont werden, dass es sich eigentlich um eine Folkmetal Band handelt.
Mit „Daughter Of The Dawn“ haben VANAHEIM einen super Song zum Abschluss gewählt, denn dieser bleibt im Ohr und macht Bock auf mehr.

Nicht ohne Grund hat die Band bereits mit Größen wie Equilibrium gespielt, die Band könnte DIE neue Band im Folkmetal werden.  Der Chorgesang ist teils zwar ein wenig zu laut und allgemein beinahe schon zu häufig vertreten, aber hier meckern wir gerade auf hohem Niveau. Anfangs war ich skeptisch ein Review für eine Band zu schreiben, die ich persönlich kenne, doch hier ist eine schlechte Bewertung gar nicht möglich. Hier gibt es ganz klare und mehr als verdiente 9 Punkte! Wer mir nicht glaubt, das Video zum Titeltrack findet Ihr unten.
Wer auf Bands wie Ensiferum, Finntroll oder die guten alten Equilibrium steht, sollte sich VANAHEIM auf gar keinen Fall entgehen lassen. Ganz großes Kino! Ihr könnt Euch sicher sein, dass VANAHEIM bald mehr als nur ein Newcomer aus Holland sein wird, wer nach so kurzer Zeit eine so starke EP abliefert, der hat das Zeug zu mehr.

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