ANCIENT ASCENDANT – Raise the Torch
indexGenre: Death Metal / Rock
Label: Candlelight/Spinefarm
Veröffentlichung: 21.4.2017
Bewertung: Sehr gut (7/10)

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Was Uneingeweihte unter Metal verstehen, ist meist recht pauschal: verzerrte Gitarren, Doublebass und Geschrei. Diesen Leuten dann aber zu erklären, was nun der Unterschied zwischen Death, Thrash und Heavy Metal ist, ist schon eine größere Kunst. Dass es nun auch noch Spielarten des Death Metal gibt – ein Ding der Unmöglichkeit! Wenn nun eingefleischten Metallern der Sound von ANCIENT ASCENDANT beschrieben werden soll – puh, nicht so einfach, denn die Engländer mischen, was das Zeug hält. Zunächst beginnt die CD mit einem (für mich persönlich) überflüssigen Intro – aber der Sinn von Intros erschließt sich mir leider eh nicht – Geschmackssache.

„Our Way“ kreist um die Jahrtausende alte philosophische Frage: Was soll das Ganze hier? Auf Death Metal-Art: Wozu der tägliche Kampf, wie sollen wir allen Widrigkeiten trotzen? Musikalisch bewegen sich die Briten zwischen sehr klassischen Heavy Metal Arrangements, Growls im Fahrwasser von GOREFEST und kratzig-gurgelnden Screams á la KVELERTAK. Seltsam poppig wirkt das eingespielte Synthi-Handgeklatsche auf „Scaling the Gods“, was aber eine der wenigen Ausnahmen an Elektronik bleibt. Der Bass bleibt auf „Unearth“ als Untermalung der Rhythmus-Gitarre, die dadurch noch grooviger und nicht zu flott daherkommt. Unterbrochen werden diese Parts von harmlosen schnelleren Parts, die den Death Metal Charakter rechtfertigen.

Das Songwriting auf „Carnal“ ist abwechslungsreich und anspruchsvoll gestaltet, ansprechend das sanfte, aber erfrischend-erfreuliche Bass-Solo im Hintergrund, was sich auf „The Great Curve“ wiederholt. „Foreign Skys“ beginnt jazzig im Impro-Style, was entfernt an OPETH erinnert. ANCIENT ASCENDANT sind allerdings wesentlich rockiger im modernen Gewand, weniger progressiv. Stark sind die unverschnörkelten, basslastigen Passagen mit klassischen Gitarrenriffs, der variable Gesang ist innovativ und ein Alleinstellungsmerkmal. Ohne diesen wäre die Band sicherlich im Rock anzusiedeln. „The Great Curve“ pendelt zwischen OPETH-Jazz-Grooves und flotterem Tempo mit Doublebass und rockigen Gitarrenläufen.

Alles in allem ist das Album recht kurzweilig, da es keine Schwermut transportiert, sondern eher Spaß machen soll – was bereits der Albumtitel suggeriert, der uns eine hoffnungsvolle Fackel in das Dunkel der Welt trägt. Da das Songwriting sehr aufwändig und verschachtelt gestaltet ist, trifft es sicher eher den Geschmack von Musikern, die keinen Wert auf Easy Listening legen – ein Manko für Metalheads, die Wert auf einfach Hooks und straighte Melodien, durchschaubare Arrangements und Ohrwürmer legen.