MORBITORY - Into The Morbitory
Morbitory - Into The Morbitory (Cover)Genre: Death Metal
Label: Bret Hard Records
Veröffentlichung: 09.12.2016
Bewertung: Klasse (8/10)

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Zack, Zeit für Todesstahl! Heute auf dem Seziertisch von Dr. Pikatchu liegt das aktuelle Werk der Hamburger Underground-Helden MORBITORY. Wer aus Hamburg und Umgebung kommt, und Metal-Musik nicht ganz abgeneigt ist, kennt sie bestimmt. ‚Into The Morbitory‘ heißt das gute Stück und kommt mit einem Cover, welches die durch den Albumtitel angepriesene, morbide Stimmung gut einfängt. Ein schwarz-weiß gehaltenes Stillleben mit Schädeln und kleinen Medizinfläschchen, wobei es wohl nicht ganz so still ist, da sich mittig noch ein Blutegel (oder fetter Wurm) durch die Gehörgänge eines, noch mit recht viel Fleisch bedeckten Kopfes frisst.

Beginnen tut das Album mit dem Titeltrack ‚Into The Morbitory‘, welches wohl als Intro gedacht sein soll, da es ein reines Instrumental ist. Schwerfällig marschierend wie ein Haufen gehirnhungriger Zombies rollt das Intro los und zieht uns in eine morbide Stimmungshöhle. Soundtechnisch sehr oldschool ausgerichtet, erinnert mich dies an ganz alte CANNIBAL CORPSE bzw. SIX FEET UNDER Erzeugnisse. Bis auf den Subbassbereich, der Gymnastikübungen mit meinem Subwoofer macht, und dabei etwas unkoordiniert auf und ab springt, ist das Soundbild sehr ausgeglichen. Drums klingen fett, Gitarre ist schnittig ohne „den Eierschneider zu machen“ (Zitat eines Kollegen mit Home-Studio) oder zu matschen. Die Bass-Gitarre ist sehr prägnant durch ein deutliches Klackern und Scheppern zu vernehmen, was hier im langsamen Intro noch leicht aufdringlich wirkt, aber in späteren, schnelleren Songs dann sehr angenehm zum Gesamtbild beiträgt und den Bass echt gut durchkommen lässt, was ich persönlich als Bassist sehr geil finde.

Beim zweiten Track ‚Tales Of The Dead‘ scheint es so, als ob das Intro da noch 30 Sekunden weiter reinläuft. Danach gibts ein kleines Gitarrenvorspiel, das Tempo wird angezogen und ab gehts im Joggingtempo durch die Gruft. Auch der Angelgrinder (Vocals) kommt nun zum Zuge und growlt was das Zeugt hält. Überraschenderweise sogar verständlich genug, um den Text größtenteils zu verstehen. Es wird auch mal gekeift und hoch geschrien, was nette Abwechslung rein bringt und den Hörer bei der Stange hält.

So richtig Kette gegeben wird erst in der zweiten Hälfte des Album. Blast-Beats an jeder Ecke, die in der ersten Hälfte noch etwas rar waren, ziehen ordentlich das Tempo an. Auch der ein oder andere Kopfnicker wird mal wie bei Track vier ‚White Mask‘ eingebaut. Mein Lieblingstrack des Albums ist definitiv Track fünf ‚Screams Of Horror‘. Direkt wird mit dem Blast-Beat die Haustür der alten, zombieverseuchten Villa eingerissen und mit durchgedrücktem Abzug wild umhergeballert. Gefolgt von einem groovigen ‚Ufta-Ufta‘ – Part der einen dazu einläd, witzige Kung-Fu-Moves mit einer Machete an Wiederauferstandenen auszuprobieren. Das ist genau so ein Song, den ich anmachen würde, während ich das neue Doom Computerspiel spiele und versuche, die Welt mit einer Kettensäge zu retten. Auch sehr erwähnenswert ist der Refrain, der sich direkt mit den zweistimmigen Vocals im Gehörgang festsetzt und wohl nur noch mit DAVID HASSELHOFF rauszuspühlen ist.

Beendet wird das Album, welches nur sechs Tracks hat, mit dem Track ‚Angelgrinder‘, der mit sehr vielfältigen Parts daherkommt, und in der Mitte einen besonders mächtigen Breakdown beherbergt (sorry Jungs, ich weiß, Breakdown klingt immer nach Metal Core, aber ich wusste nicht, wie ich das anders nennen soll). Viele melodische Parts sind dabei, und genau solch einer schließt auch den Song und somit das Album ab, bei dem meiner Meinung nach die beiden letzen Tracks die stärksten sind. Beim nächsten Mal bitte mehr davon!