CYDEMIND - Erosion

Genre: Instrumental Progressive Rock
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 26.05.2017
Bewertung: Sehr Gut (7/10)
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Nanu? Ein Album mit nur 6 Songs? Irgendwas stimmt hier doch nicht. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Der Titeltrack „Erosion“ hat einfach mal eine Länge von 27 Minuten. Und ich muss mich an dieser Stelle wirklich fragen: warum eigentlich nicht? Warum muss ein Song immer nur 3-5 Minuten lang sein? Und wenn man schon instrumentalen progressive Rock / Metal mit einer Violine und einem Piano mixt, dann ist man ohnehin schon außerhalb des Gewöhnlichen.

Die Kanadier von CYDEMIND haben auf diesem Album neben den Stilelementen aus dem Progressive Rock und Metal auch Jazz und Klassik mit einfließen lassen. Was sich nach erster Beschreibung wie ein großes Chaos anhört, hat mich allerdings sehr positiv überrascht. Die Kombination passt. Die Musik klingt einfach gut. Nicht, um vor der Bühne abgefeiert zu werden, oder in der Kneipe als Hintergrundmusik zu laufen, aber wer sich vom Albumcover ein wenig inspirieren lässt und ein schönes Plätzchen in der Natur findet, kann die Szenerie mit dieser Musik wunderbar untermalen. Dass der progressive Teil Standpfeiler Nummer eins sein soll, kommt allerdings nur sporadisch zum Vorschein, wie etwa verstärkt in „Red Tides“ und zu Beginn von „What Remains“.

Die beiden langen Stücke „Derecho“ und „Erosion“ bilden natürlich ein weites Spektrum ab und erinnern eher an klassische Werke, in denen der Komponist die Vielfältigkeit der ihm zur Verfügung stehenden Instrumente zeigen will. Allerdings haben diese langen Songs auch Nachteile. Manche Pausen passen nicht recht und so kommt es einem doch vor, als wären teilweise nur mehrere Songs aneinandergehängt worden. Hin und wieder reißt es dann doch leider an manchen Stellen in eine chaotische Jam Session aus, erstaunlicherweise immer in den progressiven Parts, in denen das Keyboard gerne mal ein wenig zu „spacig“ wird.

Fazit: Ihr sucht für den nächsten Wanderurlaub noch Musik oder wollt einfach mal eine Runde im Park entspannen und die Natur genießen? Dann ist dieses Album genau das Richtige! Außerdem natürlich für alle Fans von Streich- statt Saiteninstrumenten und für alle, die meinen, sie hätten alles auf dieser Welt schon einmal gehört.

 

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