ACHERONTIC ARTS FESTIVAL, Turbinenhalle Oberhausen 12.-13.05. inkl. Galerie

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Bereits zum dritten Mal lud das Label des ehemaligen Nagelfar-Mitglieds Sven Dinninghoff Ván-Records zur schwarzen Messe nach Oberhausen in den Pott ein. Das Festival startete am Freitag, den 12.5.2017, bereits um 15 Uhr, so dass wir leider aus Anreisegründen die ersten Bands II, SKAN, DARIO MARS AND THE GUILLOTINES, WOLVENNEST und SONNE ADAM verpassten – es gibt einfach zu viele Baustellen im Pott! Satan sei Dank kamen wir gerade rechtzeitig zu THE RUINS OF BEVERAST an, die definitiv eines der großen Highlights des Wochenendes waren. Die Extreme Metaller aus Aachen spielten alle ihre Alben an, vor allem „I raise the this stone…“ ragte heraus. Die anwesenden Anhänger wurden mit der Band vom bereits ordentlich wabernden Nebel zusammen mit dem Sound verschluckt, was aber dem super Auftritt keinen Abbruch tat. Danach enterte gleich die nächste großartige Band die Bühne: DREAD SOVEREIGN, die irischen Doom Metaller des Primordial-Sängers und Bassers, der mit seiner klagend-cleanen Stimmung und einer engagierten Bühnenshow zu begeistern wusste. Der Spaß war den Dublinern richtig anzumerken. Im Anschluss gab es klassischen Black Metal mit SVARTIDAUDI aus Island, die neuerdings nur noch schwach vermummt auftreten. Auch diese konnten die Menge überzeugen. Eine Überraschung gab es dann noch mit SLAEGT, die Jungspunde aus Dänemark, die eine interessante Mischung aus Black und Heavy Metal aufs Parkett zauberten, inklusive Vollgas-Bühnenshow.

Auch am Samstag strömten die Anhänger der schwarzen Musik bereits nachmittags um 15 Uhr in die Turbinenhalle, manche sichtlich verkatert von dem (für uns Bayern sehr gewöhnungsbedürftigen) Bier vom Vorabend. Der Start war dann auch eher entspannt für den harten Fankern mit dem RA AL DEE EXPERIENCE, einer Zwei-Mann-Akustik-Band, die beschaulich mit Räucherstäbchen eingenebelt vor sich hinklampften und die Metaller auf das Kommende langsam vorbereiteten. Als nächstes stand etwas Exotik auf dem Plan mit den aus Israel stammenden VENOMOUS SKELETON, die zu dritt richtig viel Death Metal auf die Bühne stampften im südamerikanischen Sound im Fahrwasser von Sepultura und Co. Die nächste Band CONCATENATUS brachte weiter Exotik in den Pott mit ihrem Black/Doom Metal aus Chile. Durch den Einsatz des Schlagzeugers als zusätzlichen Sänger gab es hier alle Gesangsvarianten des Metals zu hören, darüber dezente Ballerpassagen. Die nächste Band war definitiv das erste große Hightlight dieses Tages: GGU:LL aus Holland. Ihre Mischung aus Doom und Drone konnte auf ganzer Linie überzeugen. ASTROSONIQ, ebenfalls aus den Niederlanden, zeigten dann, dass Ván-Records nicht nur extremen Metal auf Lager hat, sondern auch andere Spielarten des Rocks, wie z.B. psychodelischen Stoner Rock. Besonders auffällig war natürlich der Sänger, der als Elvis-Imitat mit Sonnenbrille und bauchfreiem weißen Blüschen dem Rest der Band die Show stahlt. Die Sachsen von ANTLERS präsentierten als nächste Band allerfeinsten Black Metal, der beim Publikum enorm gut ankam – diese stürmten danach den Merch-Stand, um zu zeigen, dass diese Band definitiv zu supporten ist. Schon tagsüber war aufgefallen, dass viele der Anwesenden vor allem wegen einer Band nach Oberhausen gekommen waren, denn die URFAUST T-Shirts und Patches waren allgegenwärtig. Dementsprechend gut gefüllt war die Location gegen 21 Uhr für die experimentellen Holländer. Sänger Villem nahm gewohnt den Platz am äußersten Rand der Bühne ein, während sein Kumpane am Schlagzeug die Show reißen musste. Als drittes Bandmitglied im Zentrum der Bühne: ein Altar mit unzähligen Kerzen, einem Totenkopf und viel Räucherwerk. Den Erwartungen entsprechend lieferten die Holländer professionell ab, wobei die neuen Songs sehr synthielastig ausfallen, was im Gegensatz zu älteren Sachen etwas abfällt. Merklich weniger Leute schauten danach die lokalen SULPHUR AEON, die mit den Verbliebenen Lovecraft und den Death Metal feierten. Den Abschluss bildeten SINMARA, eine weitere Band aus Island, die als einzige Band ein bisschen Corpse Paint zu ihrem Black Metal auffuhren.

Alles in allem war das kleine, aber feine Festival wieder die lange und steinige Anreise wert und ich hoffe, dass sich die wilden Gerüchte einer etwas angetrunkenen Besucherin, dass dies das letzte Mal war, nicht erhärten. Vielen Dank an Ván Records! Support the Underground.