ZAPPENDUSTER - Rising... (Review)
Zappenduster-Rising...-2017Genre:Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 8.4.2017
Bewertung: sehr gut (7/10)

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Zappenduster (Adjektiv, umgangssprachlich): völlig, sehr dunkel. Auch: finster, schwarz, stockdunkel, oft für eine hoffnungslose Situation verwendet: Damit sieht es zappenduster aus (Duden). Der Name scheint sicherlich passend für eine Death Metal Band, aber sieht auch ein bisschen ungewöhnlich humoristisch als Schriftzug einer Metalcombo aus. Nach unzähligen Besetzungswechseln haben die Jungs aus Niedersachsen es nun geschafft, in Eigenregie ihr Werk „Rise“ zu veröffentlichen. Das Cover erklärt den Titel recht anschaulich: Zu sehen ist ein brennender Phoenix aus Flammen, der aus der schwarzen Asche des Zerstörten, der Schädel und der Gebeine emporsteigt und wie in der Legende wiedergeboren wird – Tod und Zerstörung, keine ungewöhnliche Motivik im Todesmetall.

Die CD beginnt mit einem bekannten Filmzitat aus Rob Zombies „The Devil’s Reject“: I am the devil, and I am here to do the devil’s work, gefolgt von einigen anderen unheimlichen und vielsagenden (Film-)Zitaten. Musikalisch bietet der Eingangstrack „Undead“ einen angenehmen Wechsel aus Midtempo- und Highspeed-Passagen, ohne jedoch an Melodie und Eingängigkeit einzubüßen. Auch „Cravings“ bietet groovige Gitarrenriffs und kräftige Growls, die ruhig weniger Hall und mehr Vordergrund vertragen könnten. Das Songwriting bietet klassischen Death Metal im schwedisch-deutschen Soundgewand mit straighten Riffs und ohne unnötiges Geplänkel. Breakdowns und frickelige Gitarren-Soli sucht man Gott sei Dank vergeblich. Stattdessen gibt es auf „Antichrist“ treibende, etwas thrashige Gitarren, die von einem sehr cleanen und wenig basslastigen Schlagzeug vorwärts gepeitscht werden. Der Gesang wechselt zwischen gurgelnden Growls und screamigen Shouts, ein kurzes weiches Gitarrensolo bringt die richtige Portion Melodie in die Strophe, was gut als Hook funktioniert.

„Martyrs and Liars“ beginnt mit Growls, die sich bis in Squeals verzerren, das Tempo bleibt Midtempo mit klassischen Schlagzeug-Variationen mit viel Doublebass und Tom-Becken Kombinationen, die Gitarre probiert Vibrato und ein thrashiges Solo. „Ripping Flesh“ geht wieder mehr vorwärts, und punktet ebenfalls mit den melodischen Gitarrenriffs, die zwischen Rhythmus und Lead wechseln. Auch „Darkness“ besticht mit Gitarrensoli, die aber nicht zu verspielt oder aufdringlich sind und ohne Breakdowns, sondern mit einem Doublebass-Teppich funktionieren, was von fließenden Melodien umrahmt wird. „Suffer“ rundet die CD mit einem ähnlichen Muster und schnörkellos ab.

Alles in allem ist der Silberling der Niedersachsen eine ehrliche Death Metal Scheibe mit einem etwas thrashigen Sound, die unverspielt und ohne Geplänkel auskommt, Unnötiges wurde einfach eingespart. Innovativ ist wohl der variable Gesang in Kombination mit abwechslungsreichem Songwriting. Für einen Sound-Fetischisten wie mich ist der Wermutstropfen der etwas zu ungeschliffene und mir zu unausbalancierte homemade Sound, der aber zu den rohen Squeals passt. Insgesamt sicher ein vielversprechendes Erstlingswerk!