Andreas Budweiser - Alarm
Andreas Budweiser - AlarmGenre: Heavy Metal, Stoner Metal
Label: Kernkraftritter Records
Veröffentlichung: 19.05.2017
Bewertung: Durchschnitt (5/10)

Facebook

Bei dem Wort „Alarm“ denkt man ja oftmals an nichts Gutes, doch hier sollte man das nicht allzu ernst nehmen, denn dieses Album ist kein Grund panisch schreiend im Kreis umher zu rennen, selbst wenn weder vom Cover, noch von sonst irgendetwas abgeleitet werden kann, was einen erwartet. Wir können uns alle also ruhig entspannen und den puren, ungefilterten ANDREAS BUDWEISER auf uns wirken lassen, denn gewisse Elemente, die das Einschlafen fördern, sind durchaus auf dieser Platte mehr als nur einmal vertreten.

Schon zu Beginn wird man mit „Melody of Scorn“ förmlich in das Album hineingezogen, durch eine anschwellende E-Klampfe, die bald darauf wieder dropped und auf der Hälfte von einem zünftigen Riff abgelöst wird, welches schon einen guten als auch mitreißenden Drive drauf hat. Das Ganze wird schnell von einem treibenden, aber doch ein wenig luschig klingendem Schlagwerk untermalt, was zwar nichts an der vermittelten Euphorie ändert, dennoch ein Stückchen das Hörerlebnis einschränkt. Nichts desto trotz fehlt es keineswegs an einem fetten Bass, der als kleiner Bruder der Gitarre schön nach vorne treibt und den riffträchtigen Verse unterstützt. Dazu vernimmt man fast wie aus dem Nebel die rauchigen Schreie vom guten Andreas, die ohne Zweifel glauben lassen, dass er genauso spricht wie er singt, ein angeborenes „Raucharoma“ quasi.

Neben den scheinbar in einer Endlosschleife gefangenen Gitarrenriffs gibt es auch schon das erste Solo der Platte zu hören, das weniger durch Ideenreichtum und mehr durch den perfekt ausgewählten Reverb glänzt. Hinzu kommt eine weitere Gitarre, die noch ein paar mehr Töne zum besten gibt, damit aber den eh schon unruhigen Background noch mehr durcheinander bringt.

Mit genauso wenig innovativer Songstruktur und nahezu immer gleichbleibender Gitarrenarbeit geht es erst einmal weiter bis „Pika-Don“ und „The Wig“ an der Reihe sind. Mit diesen beiden Tracks geht es nämlich aufwärts und es fällt einem wieder leichter, sich auf das zu Hörende zu konzentrieren. Dies mag daran liegen, dass hier mal deutlich mehr mit Tempo- als auch Rythmuswechseln gearbeitet wurde; alles wirkt bedachter und als wäre es mit mehr Motivation geschrieben worden, als die anderen Songs.

Zudem erinnert „The Wig“ stellenweise an Zeugs wie PRIMUS (nur mit ein bisschen mehr Metal) und um ehrlich zu sein, tut diese musikalische Seite viel mehr für ANDREAS BUDWEISER als der Rest, den er hier präsentiert. Innerhalb dieser knappen sechs Minuten hat man viel mehr das Gefühl, ein komplettes Werk vor sich zu haben und nicht nur irgendein Geschrammel, welches man mal eben beim Warten auf die TK-Pizza vor dem Ofen geschrieben hat. Gerade die kratzige Stimme lädt zu solcher Stilistik ein und man könnte noch so viel mehr an Potential aus den anderen Songs herausholen, wenn man sich denn die Mühe macht.

Was bei „Alarm“ generell auffällt, ist wohl, dass gelegentlich mal eine Gitarre für ein, zwei Takte plötzlich, wie vom Blitz getroffen aufhört und später wieder einsteigt. Das bringt den Schwung völlig durcheinander und an chaotischen Stellen kann man sich ja vorstellen, was da los ist. Am gravierendsten ist es beim letzten Track „Floating In The Pit“, der zum Ende hin nur durch einen verhältnismäßig ruhigen  Part überzeugt und mal ein bisschen Abwechslung bringt, zwischen den ganzen Endlosschleifen.

Betrachtet man einmal „Alarm“ als Ganzes, kann man durchaus von einer sauberen Steigerung vom ersten Track bis zur Mitte sprechen, die sich allerdings ganz schnell wieder in eine Absenkung verwandelt, da die letzten paar Songs genauso unspektakulär sind wie die ersten. Dafür wird nach der Hälfte ordentlich an Qualität nachgelegt, die sich aber nach wenigen Minuten auf nimmer wiedersehen verflüchtigt. Es empfiehlt sich, zumindest beim ersten Hören, kleinere Pausen zwischendurch einzulegen um danach wieder entspannt weitermachen zu können, denn ansonsten geht die Konzentration binnen Minuten direkt flöten. Eine Hörempfehlung würde ich hier lediglich nur für ein paar Songs aussprechen, weil sich der Rest des Albums nicht bis kaum lohnt. Kennt man einen, kennt man sie alle, selbst wenn man noch nicht mitsingen kann.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass dies hier eine Platte ist die live weitaus besser rüber kommt als abgemischt, da ein Großteil der Wirkung direkt mit frontaler Energie einhergeht und hier nur via CD nicht funktioniert. Ist dann noch eine willige Menschenmasse mit dabei, sollte es wohl an nichts fehlen.