SEETHER – Poison The Parish (Review)

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Genre: Post Grunge
Label: Spinefarm
Veröffentlichung: 12.05.2017
Bewertung: sehr gut (7/10)

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SEETHER gehört schon seit Jahren zu den Bands, die ich unbedingt mal genauer unter die Lupe nehmen wollte, aber bis dato nie geschafft habe. Das einzige was ich über die Band weiß ist, dass sie post Grunge machen, was für mich, als Fan von HINDER oder SHINEDOWN natürlich sehr schmackhaft klingt.

Los geht die Scheibe mit „Stoke The Fire“, das in perfekter post Grunge Manier daherkommt. Groove Riffs, und eine aggressive und gleichzeitig emotional gefühlvolle Stimme von Sänger Shaun eröffenen das Album absolut perfekt. „Betray And Degrade“ kommt direkt danach und eröffnet sehr ruhig, bis es dann ab etwa einer Minute auch in die Vollen geht und sehr stark an die wohl bekanntesten Vertreter des Genres, SHINEDOWN (zumindest während der ersten drei Alben), erinnert.

Die nächsten Songs „Something Else“ und „I’ll Survive“ sind eher emotional gehalten, was beim Genre nichts Ungewöhnliches ist und eine angenehme Abwechslung zum stumpfen Hard Rock ist, der hier und da sehr stark durchschimmert.  So richtig schmalzig wird es dann jedoch erst bei „Against The Wall“ Während man sich zum Beginn des Albums noch super eine Szenerie vorstellen konnte, in dem man mit seinem alten Auto über die Autobahn fährt, um fremde Städte zu erkunden, mit Sonnenbrille und Pikachu-Cap, so hat man spätestens hier eher das Bedürfnis sofort gegen den nächsten Baum zu fahren. Dies liegt zum Glück nicht an der grauenhaften Musik, wie man es zum Beispiel bei Varg erwarten würde, sondern an der emotionalen Kraft der Band.
Die Überzeugung eines Musiker ist sehr wichtig. Eric Clapton zum Besipeil spielt „Tears in Heaven“ nicht mehr live, weil er diesen Song über den Tod seines Sohnes nicht mehr perfekt emotional hinbekommt – das ist ein Statement. SEETHER bringen diesen emotionalen downfall perfekt rüber und hier hört man ganz genau, dass sie aus Überzeugung und aus tiefstem Herzen Musik machen und sicherlich nicht aus Geldgründen, denn da hätten sie wohl eher mit Justin B. getourt.

„Count Me Out“ scheint eine Hommage an die Genre-Gründer Nirvana zu sein, zumindest klingt nicht nur die Gitarre, sondern auch die Stimme 1zu1 wie Kurt Cobain. Hier fühlt man sich direkt in der Zeit zurückversetzt und möchte sein Holzfällerhemd aus dem Schrank holen. SEETHER beherrschen den Tanz zwischen Aggression und Emotion perfekt und verstehen jedes Gefühl in ihrer Musik widerzuspiegeln. Ich bereue es gerade sehr, dass ich die Band die letzten Jahre nie wirklich auf dem Schirm hatte, denn die Band hat es einfach drauf.

Das Trio hat eine tolle Scheibe abgeliefert die zu jeder Situation und jedem Moment Songs liefert, man muss nur die richtigen raussuchen.