The Sword - "Greetings From ..." Live
Genre: Stoner Metal
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 05.05.2017
Bewertung: gut (6/10)
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Mit diesem Live-Album geben THE SWORD ihren Fans ein Dankeschön der besonderen Art. Die Songs stammen von der letztjährigen Tour mit OPETH und sind eine gut ausgewählte Mischung aus der 10-jährigen Bandgeschichte. Vom 2006er Debüt „Age of Winters“ bis zum letzten Album „High Country“ von 2015  ist alles vertreten.

Das Album legt mit „Buzzards“ einen steilen Start hin. Hier schwingt das Live-feeling wunderbar mit. Die Fans sind zu hören, jubeln und singen mit und der Sound der Band ist ausgewogen, auch wenn der Gesagt phasenweise zu leise ist und ein wenig untergeht. Letzteres bessert sich im Laufe des Albums leider nicht. Es folgt „The Chronomancer 1 : Hubris“. Der Song bekommt seine über 7 Minuten Spiellänge natürlich auch in der Live Version. Erstaunlicher- (und glücklicher-) weise werden die Gitarrensoli aber nicht zu sehr ausgedehnt. Manch einer mag argumentieren, dass es so etwas wie ein „zu langes“ Gitarrensolo gar nicht gibt, aber non-stop Soli nehmen meiner Meinung nach dem Song die Abwechslung.

Bei „Maiden, Mother & Crone“ scheinen die Fans dann völlig verstummt oder die Musik zu laut zu sein. Natürlich bietet die Musik der Texaner eher weniger Gelegenheiten für klassische Live Aktivitäten wie mitsingen oder klatschen, aber wenn dann an manchen Stellen doch wieder das Publikum durchkommt wird schnell klar, wie sehr man es für die restliche Zeit vermisst.

Bei „Tears Like Diamonds“ verschwindet der Gesang fast völlig hinter den Gitarren, was sich bei „Mist & Shadow“ allerdings bessert. Hauptsächlich wegen leiseren Gitarren und nicht wegen kräftigerem Gesang, leider. Als kleinen Zwischenhappen bis zum nächsten „richtigen“ Song gibt es dann das anderthalb-minütige und psychodelische „Agartha“, bevor „Tres Brujas“ kräftig loslegt.

Beim soullastigen Coversong „John The Revelator“ macht sich der schwache Gesang leider sehr bemerkbar. Es ist nicht nur die Lautstärke, sondern auch das Gefühl, dass der Stimme hier die Leidenschaft fehlt. Zum Finale gibt es „The Horned Goddess“, welches mit mehr als 7 Minuten noch einmal einen schönen, kräftigen und abwechslungsreichen Schluss bietet.

Fazit: Für Quereinsteiger ist dieses Album eher weniger geeignet. Es hat für meinen Geschmack leider zu wenig Live Atmosphäre und die Gitarren meist zu stark im Fokus sind. Für Fans ist es allerdings sicherlich ein interessantes Album, und wer bei der OPETH-Tour dabei war, kann hier noch einmal schön in Erinnerungen schwelgen.