METAL BASH 2017 – Der Festivalbericht

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Das Metal Bash ist mittlerweile eine feste Größe im Hamburger Umland und erfreut sich jedes Jahr zahlreichen Besuchern. Doch in den letzten Jahren wurden auch negative Stimmen laut. Die Frage, die sich stellt ist, sind diese negativen Stimmen berechtigt?

Das Metal Bash findet jedes Jahr auf der Schießsportanlage in Neu Wulmstorf statt, eine Örtlichkeit, die nicht gerade einfach zu erreichen ist. Glücklicherweise hat das Bash jedoch einen Shuttleservice vom Bahnhof aus eingerichtet, sodass die zahlreichen Fans ohne große Strapazen anreisen können. Mit Kosten von nur einem Euro ist der Preis auf wirklich mehr als moderat. Blöde nur, dass man aufgrund der Wartezeit von etwa 40 Minuten dann noch die erste Wunschband verpasst. Bei einer Fahrtzeit von nur zehn Minuten etwas traurig und für das nächste Jahr vielleicht mal ein Punkt, an dem man arbeiten könnte.

Zur dritten Band angekommen, zockten gerade LOS BASTARDOS FINLANDESS auf der Bühne. Das Publikum ist noch recht verhalten zu Beginn der Show und eine wirkliche Menschenmasse sieht auch anders aus, aber die Band liefert eine tolle Show ab und überzeugt mit ihrem Rock ‘n‘ Roll. Zum Ende gibt es dann noch ein Cover von „Ace Of Spades“ und auch ich als Motörhead-Hasser muss gestehen, dass die Jungs hier richtig gute Arbeit geleistet haben, was ihnen mit Jubel und Mitsing-Hymnen der Fans gedankt wird.

Nach einer kurzen Umbaupause geht es mit Thrash Metal von TOXIC WALTZ weiter. Passenderweise geht jetzt auch das erste Unwetter des Tages nieder, sodass von allen Seiten brachiale Einschläge, sei es von Regen oder von dem drückenden Sound, auf die Zuschauer eingehen. TOXIC WALTZ liefern ein richtiges Brett ab und haben das Publikum super unter Kontrolle und schaffen es tatsächlich, dass die Fans in strömendem Regen nicht zu den Bierständen fliehen, sondern vor der Bühne Feiern, Moshen und Headbangen. Dies ist wohl eine Kunst, die nicht jede Band vermag.
Während der nächsten Band gilt es das für viele mittlerweile wichtigste beim Bash zu besuchen und zu prüfen – die Parkplatzparty.

Die Parkplatzparty gehört für viele mittlerweile so sehr zum Metal Bash wie die KNEIPENTERRORISTEN, nur das eines davon wirklich immer positiven Anklang findet. Die Party ist schon in vollem Gange und überall trifft man bekannte Gesichter aus den letzten Jahren. Das Bash ist eine Art kleines Familientreffen und man trifft immer Freunde aus den letzten Jahren. Dieses Jahr sieht man jedoch viele der bekannten Gesicher ohne Ticket. Viele sagen, es sei zu teuer geworden, die Bands zu uninteressant oder viele Dinge – häufig die Getränkekarten – seien störende Nebenfaktoren des Festivals geworden und man gehe nur noch wegen der Party dahin. Ob das stimmt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Stimmung ist auf jedoch super und für ein Bierchen während der Umbaupausen ist der Kofferraum eines seit Jahren bekannten Volvo 740 GL immer ein guter Ort.

Gestärkt geht es dann zurück auf’s Gelände, leider immer noch mit relativ wenig Publikum, aber um 15:00 Uhr ist häufig leider noch nicht viel anderes zu erwarten und auch eine grandiose Band wie die nächste kann daran leider wenig ändern – auch nicht wenn es sich dabei um ENDSEEKER handelt.
Die Jungs aus Hamburg geben gleich so richtig Gas und beeindrucken mit einer mächtigen und tighten Performance.  Hier und da sind natürlich ein paar kleine Macken, wie z.B. eine kurzzeitig ausgefallene Gitarre vom Gittscher Ben, weil dieser die Länge seines Kabels überschätzt hatte und so kurzzeitig kein Signal hatte. Aber dies macht eine Show nun mal auch besonders. Frontsau Lenny witzelt in den Pausen zwischen den Songs ein wenig rum und liefert eine grandiose Performance. In der ersten Reihe ist die Stimme zwar ein wenig leise, aber dennoch hört man die Energie des Metal-Nosferatus. Die Show ist nicht nur schön anzuhören, sondern auch zu sehen, denn Sänger Lenny hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht möglichst viele verschiedene Gesichtsausdrücke während seiner Songs zu kreieren. Grob geschätzt waren es 4815162342.

Nach dieser Urgewalt müssen DOUBLE CRUSH SYNDROME ran, die direkt versuchen an die gute Stimmung vom Vorgänger anzuknüpfen – mit Erfolg! Der Sound ist noch eine Ecke besser als bei ENDSEEKER und die Stimmung ausgelassen, hier kann auch das wechselhafte Wetter nicht viel bei machen. Die Show ist zwar nicht perfekt ausgereift, aber den Fans scheint es zu gefallen, denn hier geht eine ordentliche Party.
Während der nächsten Band wurde dann relativ spontan das Interview mit THE UKEBOYS klar gemacht und geführt, außerdem meldete sich so langsam der Hunger, sodass leider auf den ein oder anderen musikalischen Genuss verzichtet werden musste.

Mit HARDBONE ging es dann weiter. Die Band sollte nach den letzten Jahren mittlerweile jedem ein Begriff sein, denn die Jungs aus Hamburg haben mit ihrem kraftvollen Rock ‘n‘ Roll in den letzten Jahren tausende Fans begeistert. So überrascht es auch nicht, dass die Fans beim Metal Bash ausgelassen feiern und HARDBONE sichtlich Spaß an ihren Auftritt – der übrigens absolut souverän ist – haben. Man merkt, dass die Jungs in den letzten Jahren viel Erfahrung sammeln konnten und zu recht mittlerweile eine echte Größe geworden sind.

STALLION sind als nächstes an der Reihe, jedoch muss ich gestehen, dass die Band mir von der ersten Sekunde an nicht wirklich geheuer war und für mich einfach nicht catchy genug ist. Das Publikum scheint die Jungs zu feiern aber ich bin dort absolut an der falschen Adresse, was auch nicht weiter wild ist, denn so gilt es die Gelegenheit zu nutzen, um bei THE UKEBOYS einen guten Platz in der Night Light Lounge zu ergattern.

Da THE UKEBOYS zeitgleich mit dem immer anwesenden Onkels des Familientreffens – den KNEIPENTERRORISTEN – spielen, fällt die Wahl nicht schwer. Wieso jedoch bei einem so kleinen Festivals Bands zeitgleich spielen ist ein wenig fragwürdig, aber sicherlich ein gut durchdachter Faktor seitens der Veranstalter. Wer THE UKEBOYS schon live erleben durfte, weiß, dass die drei eine tolle und humorvolle Show abliefern und alte & neue Rockklassiker auf ihren Ukulelen interessant und grandios rüberbringen. Hier und da stören zwar die Hintergrundgeräusche der Hauptbühne aber daran lässt sich leider nichts ändern.

Das Metal Bash ist jedes Jahr einen Besuch wert, auch wenn die Bandauswahl jedes Jahr sehr schwankend ist. Wo vor Jahren noch CRIPPER, HACKNEYED, EISREGEN und BULLET gespielt haben spielen nun THE UKEBOYS, DRUNKEN SWALLOWS und GRILSCHOOL. Eine Veränderung, die auffällt und nicht jedem gefällt, aber dennoch hat das Bash ein treues Publikum, das jedes Jahr den Weg nach Neu Wulmstorf findet. Nichtsdestotrotz kann das Bash eine Menge Spaß machen.