FLOGGING MOLLY - Life Is Good
Genre: Irish Folk
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichung: 02.06.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Ich sitze auf meinem Stammplatz in meinem Lieblingspub und trinke einen Tullamore auf Eis. Der Typ, der neben mir sitzt, hat sich sowohl wegen der Wahl des Whiskeys als auch wegen des Eises über mich lustig gemacht. Aber was soll’s. Jeder so wie er/sie es mag. Heute auf der kleinen Bühne des recht heruntergekommenen aber gemütlichen Pubs: FLOGGING MOLLY!

Keine Panik, ihr habt kein super exklusives Konzert verpasst. Diese Szene hat man einfach im Kopf, wenn man eine Weile der Musik des neuen Albums „Life Is Good“ lauscht. Der Irish Folk ist halt Musik, die für die Bühne gemacht ist.

Mit dem ersten Song „There’s Nothing Left PT.1“ fühlt man sich auch gleich um ein paar hundert Kilometer nach Nordwesten auf der Landkarte versetzt. Das liegt auch daran, dass im Opener nur die Akustikinstrumente zum Einsatz kommen und somit ein wirklich authentischer irischer Folk-Klang ins Ohr geht. Generell liegt der Schwerpunkt dieses Albums auf dem Folk und geht ein wenig weg vom Punk. Für wen das „härtere“ Vorgängeralbum „Speed Of Darkness“ genau richtig war, der wird sich hier an der ein oder anderen Stelle vielleicht langweilen. Aber keine Panik, auch für die Partystimmung wird gesorgt, denn „The Hand Of John L. Sullivan“ und „The Guns Of Jericho“ haben ein schönes Tempo und machen definitiv gute Laune! Wunderbares Live-Feeling gibt es außerdem bei „The Days We’ve Yet To Met“ und „Crushed (Hostile Nation)“, die auf der Bühne wohl noch mehr als ohnehin schon überzeugen werden. Der Titeltrack „Life Is Good“ hat ebenfalls diesen schönen Hauch von Live-Atmosphäre, wobei er deutlich besser in das oben beschriebene Szenario passt als auf die große Bühne. Das Gleiche gilt für „The Last Serenade (Sailors and Fishermen)“. Dieses ist eine Stufe ruhiger und lädt zum Schunkeln ein. Den Lyrics zuzuhören lohnt sich übrigens sehr, denn in diesem Album steckt mehr soziales und politisches Bewusstsein, als es im ersten Moment den Anschein hat. So geht es in „Reptiles (We Woke Up)“ nicht etwa um den Morgen nach der Party, sondern das Erwachen aus der politischen Apathie, hin zum Engagement für die Welt.

Wer von FLOGGING MOLLY nur „Devils Dancefloor“ kennt, ist mit diesem Album definitiv falsch beraten. Dafür ist es umso mehr eine Empfehlung an alle, die den Irish Folk lieben. Wer ab und zu mal die Ruhe genießen und dabei nachdenklich der Musik lauschen möchte, ist hier genau so richtig wie alle, für die ist nicht immer „schneller, härter, lauter“ sein muss. Zum Glück ist die Band gerade wieder auf Tour und man kann genau das sagen, was die Band mit dem letzten Song des Albums auch sagt: „Until We Meet Again“!

 

Tourdaten
23.06.2017 Scheessel – Hurricane Festival (DE)
24.06.2017 Neuhausen Ob Eck  – Southside Festival (DE)
01.07.2017 Wurzburg, Mission Ready Festival (DE)
05.07.2017 Lausanne, Les Docks (CH)
10.07.2017 Zürich, Volkshaus (CH)
14.07.2017 Dresden, Königsufer w/ The Broilers (DE)
15.07.2017 Berlin, Wuhlheide w/ The Broilers (DE)
28.08.2017 Mönchengladbach, Sparkassepark w/ Vollbeat (DE)
30.07.2017 Thun, Stockhorn Arena w/ Vollbeat (CH)
01.09.2017 Graz, Messe Graz w/ Vollbeat (AT)
03.09.2017 Schweinfurt, Willy-Sachs-Stadion w/ Volbeat (DE)