CARACH ANGREN – Dance and Laugh Amongst the Rotten (Review)
SOM414-Carach Angren-1500X1500px-300dpi-RGBGenre: Symphonic Black Metal
Label: Season Of Mist
Veröffentlichung: 16.06.2017
Bewertung: Heavy! (10/10)

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CARACH ANGREN sind zurück und haben ein neues Album im Gepäck. Spätestens nach „This Is Not A Fairytale“ sind die Erwartungen an die neue Scheibe groß. Doch bei CARACH ANGREN weiß man eigentlich immer, dass die Jungs abliefern. Und zwar richtig.

Wer die letzten Jahre im Keller gelebt hat, im Koma lag oder entführt wurde, bekommt hier noch einmal einen kurzen Abriss, was genau die Band ausmacht. Geballte Power, mit Texten aus Horrorgeschichten und das Ganze verpackt in Symphonischen Black Metal mit Orchestra Charakter. Kurz gesagt: DIMMU BORGIR in gut und ohne MTV.

Los geht es mit einem „Opening“, das atmosphärisch, düster und brachial ist. Gleich werden Bilder im Kopf hervorgerufen und ein unbehagliches Gefühl beschleicht den geneigten Hörer. Dass draußen 30° und strahlender Sonnenschein sind, ist hierbei völlig egal, denn plötzlich wird es kalt und dunkel.
„Charlie“ legt in bekannter Manier los und CARACH ANGREN schaffen es ein weiteres Mal, ihrem symphonischen Black Metal Leben einzuhauen. Schon hier geht es richtig ab und ich frage mich, wie zum Teufel eine Band so eine geballte Power haben kann und eine derartige Atmosphäre kreieren kann. Es klingt ein wenig wie NIGHTWISH – nur halt mit richtig dicken Eiern.

Einer meiner absoluten Favoriten ist „Pitch Black Box“, denn hier haben die Jungs noch ein paar schöne groovige Gitarrenriffs, die perfekt auf die Streicher und Piano Parts abgestimmt sind. Ein Song, der live vermutlich so richtig zündet und die Meute zum toben bringt. Auch hier gibt es – wie es für die Band üblich ist – ein paar gesprochene Parts, die die Dunkelheit des Songs noch etwas herausarbeiten. Nach etwa zwei Dritteln des Songs gibt es dann sogar noch ein Piano-Intermezzo, bis Sänger „Seregor“ sein „Pitch Black Box“ gekeife von sich lässt. Mittlerweile sollte man in den „Nightwish mit dicken Eiern“ Vergleich noch ein „Pantera ohne fragwürdigen Phil Anselmo“ mit zusetzen.
„The Possession Process“ kommt dann sogar mit noch mehr Doublebass-Geballer daher, als man es von CARACH ANGREN nicht ohnehin schon erwarten würde. Auch hier sind typischerweise wieder etliche Sampels mit eingebaut und die Songstruktur verwirrt auch nach dem 92. Hören noch, da das Trio aus den Niederlanden bekannte Strukturen über den Haufen wirft und ihr eigenes Ding macht.

Um ehrlich zu sein, ist dies wohl eines der schwierigsten Reviews, die ich jemals verfasst habe. Einfach aufgrund der Tatsache, dass das Album als solches schon unfassbar komplex und weitläufig ist. Ein eigenes Epos in sich, dass jede Sekunde mit einer neuen Überraschung um die Ecke kommt und so viele Stile vereint, dass es gar nicht möglich ist, alles genau zu analysieren und zu beschreiben. Doch eines war schon beim ersten Hören klar: Bestes CARACH ANGREN Album bis dato und das bis dato beste Album des Jahres, da kommen auf FOC nicht ran – sorry Jungs.