WEDERGANGER/URFAUST – Split EP
Wederganger-UrfaustGenre: Black Metal
Label: Ván Records
Veröffentlichung: Juni 2017
Bewertung: sehr gut (7/10)

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Split EPs sind ja immer recht spannende Sachen, da sie aufgrund ihrer Limitierung später meist gesuchte Sammlerstücke sind und man ja auch zwei Bands auf einen Schlag bekommt. Auf diesem Silberling bekommt der werte Hörer eine Kooperation der beiden holländischen Bands WEDERGANGER, die seit 2013 erst ein Album mit voller Spiellänge veröffentlich haben, und den Underground-Szene-Größen URFAUST serviert, die beide nicht für altersheimgerechte schonende Kost bekannt sind.

Der erste Song „Heengegaan“ von WEDERGANGER beginnt noch recht harmlos und doomig mit fast cleanem Gesang, drückt dann aber schon ordentlich auf die Black Metal Tube – Blastbeats und Screams par excellance. Wie üblich in dieser Metal-Kategorie dominieren schrattelige, höhenlastige Gitarren, die das dumpfe Schlagzeug in den Hintergrund drängen. Überlagert wird das ganze nur von den Gesangsvariationen, die von gurgelnden Screams zu cleanen pathetischen Experimenten reichen. „De Gebrokene“ startet im für Black Metal recht groovigen Midtempo und tiefen Gitarren, unterstützt von den Gurgelscreams. Nach der ersten Passage legt das Tempo zu, behält aber den punkig räudigen Sound, die dramatischen Operneinlagen fehlen natürlich auch nicht.

Der dritte Song gehört dem Duo von URFAUST, die ja bekannt dafür sind, Experimente auf die Spitze zu treiben. Ordentlich Hall auf dem Gesang macht das Ganze neblig-wabernd und natürlich unverständlich – nicht schlimm aber bei holländisch-deutsch-erfundenen Lyrics. Das Schlagzeug ist dominant im Vordergrund und kloppt sich minimalistisch im Midtempo durch den Song. Hier wurde definitiv am Sound für den Gesang und der Gitarre rumgespielt. Im zweiten Teil des Tracks wird es wesentlich doomiger, auch scheinen mir die neuerdings bei URFAUST beliebten Synthies mit zur Tat zu schreiten. Vereinzelt mischen sich jetzt Schreie in den Nebel.

Der vierte Song (Achtung jetzt kommt der Titel, den ich kopieren musste, da mein Gedächtnis nicht vom Track zum Dokument gereicht hat) „Hypnotisch Bevel -De Daimonische Mensch“ beginnt doomig mit experimentellen Geräuschen, die den kultig-zeremoniellen Charakter der Band unterstreichen, und einem sehr schleppenden Schlagzeug. Gegen Ende verliert sich das Ganze in großen Trommeln, die den verhallten Synthies/Gitarren gegenüberstehen, Gesang gibt es auf diesem Song keinen.

Alles im allem können mich die zwei Songs von WEDERGANGER sehr überzeugen, vor allem weil sie nicht den völlig verrauschten Black Metal Sound haben, sogar richtig grooven und Abwechslung im Songwriting beweisen. URFAUST ist wie immer ein Phänomen und können wahrscheinlich sowieso machen, was sie wollen. Ihr erster Song ist spannend, der zweite etwas fade und enthält mir zu viele technische Abenteuer. Fans der Bands müssen hier zugreifen, sonst nur was für Liebhaber des Okkult-Mystisch-Experimentellem.