SLAEGT - Domus Mysterium (Review)
slaegtGenre: Black Heavy Metal
Label: Ván Records
Veröffentlichung: 5.5.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Heavy Metal, Black Metal und Dänemark – klingt irgendwie nach einer ganz schön verrückten Kombination. Aber es geht keineswegs um Satan auf Urlaub mit Campingwagen, sondern um das erste Album in voller Länge der jungen Dänen, das sich frisch und jugendlich wie die Band präsentiert.

Nach dem kurzen instrumentalen Intro „Succumb“ beginnt „I Smell Blood“ so wie man sich die Mischung vorstellt – raue Black Metal Gurgel-Screams, unterlegt mit groovigen Beats und Rhythmen plus Heavy Metal Soli, auch im Doppelpack. Im Hintergrund wechselt der Bass von den Drums zu Gitarrenlinien und zurück, zwischendurch gibt es ein paar blackige Dissonanzen. Der achtminütige „Egovore“ (jemand, der sich selbst isst??) startet gediegen und galoppiert dann mit hohen Black Metal Riffs gleichmäßig dahin, der düstere Gesang, der mit mäßig viel Hall gemastert ist, transportiert eine zwar dämmrige Stimmung, die aber nicht kalt oder abweisend klingt. Der Song bietet außerdem ein ruhiges instrumentales Interludium, das sich modern abgemischt präsentiert. Die wenig typischen bluesigen Heavy Metal Riffs mit obligatorischem Solo gibt’s dann am Ende noch.

„The Eye of the Devil“ zeigt im Titel schon, auf welcher Seite die Jungs stehen und welche Inhalte die Songs vertreten. Untypischerweise bekommt der Bass zunächst den Vortritt, um eine junge Dame zu begleiten, die von ihrer Erfahrung berichtet, wie sie dem Teufel gegenübersteht. Nun setzen die groovigen Blues Gitarren wieder ein, die sogar in einen unverzerrten Part münden, der recht klassisch anmutet. Der ganze Song kommt im Tempo recht gemäßigt daher, der Gesang hält sich hier sehr zurück.

Auch „The Tower“ zieht das Tempo erst nach einigen Minuten wieder an und fährt dann die Black Schiene mit dissonanten Akkorden und Rachengegurgel. Nach dem Piano-Zwischenspiel „Burning Feathers“ geht es bei „Remember It’s a Nightmare“ zunächst etwas schneller zur Sache, die Doublebass bleibt auch im Weiteren erhalten und trägt zu einem insgesamt angenehmen Groove bei, der sich mit den nicht zu krassen Blastbeats abwechselt. Das letzte Stück ist der Titeltrack „Domus Mysterium“, der im ersten Teil von klassischen Shreds dominiert ist und dann zeitweise in einen ruhigeren Part wechselt – der ganze 14 Minuten dauert. Da kriegt man doch was für sein Geld.

Insgesamt klingt das Werk der Dänen nach einer Mischung zwischen Tribulation und Abbath, was doch schon bei der Vorstellung Kribbeln in den Ohren erzeugen sollte. Das Songwriting erscheint recht erwachsen und durchdacht, aber auch vielfältig und in keinster Weise langweilig trotz der Tracks in Überlänge. Der Sound ist klar, aktuell und bleibt in den Mitten und Höhen. Die Instrumentalteile bieten Luft zum Atmen und Abwechslung. Am stärksten finde ich die Jungs trotzdem in den etwas schnelleren Parts, die vom Gesang dominiert werden, aber manchmal vielleicht etwas rar gesät sind.