FALLEN MANKIND - Bleak Ocean
FallenMankind_BleakOcean_kleinGenre: Dystopic Heavy Metal 
Label: Dr. Music Records 
Veröffentlichung: 16.06.2017 
Bewertung: Sehr gut (7/10) 
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Der erste Song, der den gleichen Namen trägt wie das Album, startet preschend mit harten Gitarrenriffs und der toughen Stimme des Sängers Mats Hedfors, welche mich entfernt an True Metal Größen wie Manowar erinnert. Umso überrschender kommt deshalb der darauf folgende melodische Wandel sowohl der Gitarren als auch des Gesanges daher; in den Refrains schwingen gleichermaßen Melancholie und Hoffnung mit, was mich als Hörer dazu bringt, die Augen zu schließen und den Kopf langsam hin und her zu schwingen. Die musikalischen Brüche zwischen Refrains und Strophen machen das Lied interessant, sind aber sicherlich nicht jedermanns Sache. Meine Empfehlung: Mehr als ein Mal anhören! Dann gewöhnt man sich an diesen musikalischen Stil und lernt ihn schätzen.

Die Gitarren erzeugen am Anfang von „Phoenix Rise“ einen schönen Spannungsaufbau, der vom Einsatz des Schlagzeuges untermalt wird; die Stimme des Sängers ist heavy und dunkel, die folgenden Einsätze der Gitarren wirken ebenso gut ausgeklügelt wie der Einsatz von kurzen Pausen. Der Refrain überrascht mit einem Chor aus Stimmen, der etwas gespenstisch daher kommt, aber das Lied deutlich interessanter macht, denn bei diesem Song wirkt die Stimme von Hedfors etwas eintönig.

Gleich zu Beginn ist wird klar, dass die Grundmelodie des Liedes durch den gekonnten Einsatz der Gitarren wirklich genial ist. Der Gesang erinnert dieses Mal eher an eine dunklere Version von Hammerfall, welcher durch zwischenzeitliche Gitarrensolos interessanter wird. Hier wird stimmlich zudem etwas mehr zwischen Höhen und Tiefen gewechselt, was den ganzen Song „Murder She Screamed“ abwechslungsreicher werden lässt. Ein tolles Gitarrensolo am Schluss rundet das Lied ab.

„Freedom Calls“ beginnt ruhig, schön und traurig, was meine Vorfreude auf das, was noch kommt, wachsen lässt, denn der Gesang der ruhigeren Parts wie im ersten Song gefielen mir bis jetzt am besten. Nach einer kurzen Pause und einem hohen Schrei des Sängers nimmt der Song plötzlich Fahrt auf; der Refrain gestaltet sich energiegeladen und erinnert mich etwas an Iron Maiden, jedoch ohne dem Lied seine Melancholie abzusprechen. Die folgenden Gitarrenriffs klingen wie ein Ritt auf einem Schlachtross, das dem Ende, welches durch die Echos der Stimme des Sängers noch einmal eine andere Richtung bekommt, entgegenstürmt.

Ruhig beginnend weckt „Shine“ wieder Hoffnungen in mir – Fallen Mankind haben bewiesen, dass sie darin gut sind, melodische Lieder zu produzieren. Der einsetzende Gesang, von den sehr gut abgestimmten Gitarren unterstützt, lässt das Lied regelrecht episch wirken. Die Gitarrensolos wirken nicht übertrieben, sind aber gleichzeitig nicht langweilig und ergänzen das Lied perfekt, da sie ihm noch mehr Schwere verleihen. Der Gesang ist melancholisch-schön und die stimmliche Tonlage von Mats, die auf diesem Album häufig wechselt, erreicht hier seine Perfektion. Ein nachdenklich klingendes Ende rundet diesen durch und durch gelungenen Song ab.

Fazit:

FALLEN MANKIND haben mit „Bleak Ocean“ tatsächlich etwas geschaffen, das man so noch nicht gehört hat. Sie vereinen Melancholie und Heavy Metal zu einem Konstrukt, das trotz seiner Gegensätze gut harmoniert. Die Lieder halten einige Überraschungen bereit und werden deshalb nicht langweilig, obwohl ihre durchschnittliche Länge etwa vier bis fünf Minuten beträgt. Mats Hedfors Stimme ist äußerst vielseitig, was es für die Band möglich macht, damit zu experimentieren. Dies wirkt allerdings z. T. so, als hätte der Sänger den gesanglichen Stil der Band noch nicht ganz gefunden; vielleicht ist dies auch gewollt, mich störte es aber in manchen Liedern etwas. Die Songs auf der CD, die ähnlich klangen, waren leider in dem härteren Stil gesungen, der mir persönlich weniger gut gefiel. Dafür sind die Gitarrensolos und der gekonnte Einsatz von Pausen aller erste Sahne; ich habe selten eine Band so melodisch Gitarre spielen hören. Instrumente und Gesang ergänzen sich das ganze Album hindurch perfekt! Wer sich also traut, einmal etwas spezielleres anzuhören, das melodisch und gleichzeitg heavy ist, ist bei FALLEN MANKIND genau richtig.