HUMAN DESTROYER - Apocalypse
cover-vorneGenre: Brutal Death Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 2015
Bewertung: Gut (6/10)

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Besonders menschenfreundlich klingt der Bandname HUMAN DESTROYER zugegebenermaßen ja nicht, ist aber vielleicht als Replik auf PIG DESTROYER zu verstehen. Das Cover beinhaltet in Morbid Angel Manier alles, was zum guten Ton des Death Metal gehört: Knochen, Skelette, Tod, Kreuze, Patronenhülsen und menschliches Elend. Die Marschrichtung ist also klar. Die Augsburger haben sich dem Brutal Death Metal verschrieben und präsentieren hier ihre erste CD.

Nach einem kurzen Intro knüppeln die vier Herren und die Dame los. Die rauen krächzigen Growls stehen im Focus und werden von einem Stahlgewitter untermalt, die Riffs treibend, dezenter Bass und ein wirbelndes, Doublebass und Snare-lastiges Schlagzeug im Hintergrund. Das Schlagzeug klingt sehr dumpf, tritt aber an Stellen ohne Gesang mehr hervor. „Tormented“ startet zunächst mit einem angenehmen Riff bevor der Blastbeat einsetzt und wieder ins Midtempo übergeht. Diese Parts wechseln sich ab, die Riffs schwanken zwischen leicht Groove-orientiert und dissonant. Der Bass hat nur wenig Raum. Soundtechnisch, gewollt oder nicht, ist das Ganze sehr roh und neblig zusammengemischt, was der Scheibe sicher einen Old School Touch verleiht, die Riffs aber auch manchmal im Nebel verschwinden lässt. Die Songstrukturen sind klassische straight forward gehalten, ohne größere Umwege oder Schnörkel. Ein kurzes schreiendes thrashiges Solo ist aber drin.

„The Dead Hate The Living“ startet ungewohnt basslastig, bevor es in die Knüppelpassagen geht. Die Riffs schwirren zwischenzeitlich recht hektisch um das Schlagzeug wie in einem Bienenstock, vor allem, wenn der Gesang Pause hat. Im Mittelpart geht es kurz ins Midtempo, bevor die Gitarren wieder Fahrt aufnehmen und die Blastbeats einsetzen. „Swastika (Against Racism)“ wartet wieder mit etlichen Rhythmus- und Tempowechseln auf, ebenso wie tiefen Growls und einem Schlagzeuger, der alles zeigt, was das Kit so hergibt. An einigen Stellen sind die Rhythmuswechsel etwas holprig geraten und wirken sogar etwas willkürlich, der Ohrwurm-Charakter fehlt hier. „Misanthrope“ erfüllt rein vom Titel her das Motto des Albums wohl recht gut. In diesem Song geht es auf der Akkord-Skala etwas mehr in die Tiefe, der Bass tritt deutlicher hervor. Galoppierende Passagen wechseln hier mit den klassischen Blastbeats. „Full with hate“ beginnt gemäßigt und nimmt immer mehr Fahrt auf, die sich auch wieder verlangsamt. Dieser Song ist wohl der gemächlichste unter den 12 Tracks, die fast alle nur um die etwas dreieinhalb Minuten dauern.

Alles in allem wurde sich im Songwriting um Abwechslung bemüht, wobei die Rhythmus- und Tempowechsel manchmal etwas des Guten zu viel sind. Der Bass dürfte im Mixing gerne mehr hervortreten, um dem Ganzen den nötigen Wums zu verpassen. Der Räudigkeitsgrad ist insgesamt extrem hoch, Schnörkeleien in den Gitarrenläufen fehlen, was der vielbeschäftigte Schlagzeuger kompensiert. Für Liebhaber des Brutal Death wie Immolation oder Cryptopsy ist die Scheibe durchaus zu empfehlen, wenngleich der Groove der Major Bands hier fehlt – Support the Underground!