HADES RISING – HADES RISING
cover art - CopyGenre: Atmospheric Death Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: Mai 2017
Bewertung: Gut (6/10)

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Eine Band auf die Beine zu stellen, ist nicht immer einfach – es braucht fähige und kreative Musiker, einen Proberaum und natürlich auch irgendwie finanzielle Mittel. In Zeiten von Spotify und Co. wird es außerdem immer schwieriger, einen Plattenvertrag an Land zu ziehen, da dieser sich ja für die Firmen oft nicht lohnt, wenn keiner mehr Geld in CD-Käufe investieren will. Im Falle von HADES RISING kommt nun noch hinzu, dass die Bandmitglieder in verschiedenen Ländern leben – Kreta und Norwegen sind jetzt nicht gerade einen Katzensprung voneinander entfernt. Umso erstaunlicher, dass hier ein Silberling herausgesprungen ist.

Die Platte beginnt mit einem Piano-Intro, das recht klassisch anmutet. Ihr wisst ja bereits, dass ich kein Fan von Intros bin, aber die meisten Bands scheinen ein Faible dafür zu haben – vielleicht leben sie so ihre klassische oder songwriterische Seite aus, das wird mir ein Rätsel bleiben. „Mankind’s Fate“ startet midtempo, mit einem etwas rauschigen Riff aus Gitarren, Schlagzeug und Keyboards. Mit den Growls/Screams gewinnt der Song etwas an Fahrt, der Chorus drosselt das aber eher wieder. Das Schlagzeug ist wenig basslastig und etwas dumpf in den Rhythmus-Hintergrund gemischt. Dominant verhalten sich der Gesang und tatsächlich die orgeligen Keys. Der Track ist recht vielschichtig gestaltet, variiert das Tempo und die Rhythmik. Mit „Styx“ bleiben die Griechen textlich im Thema – für Griechen auch irgendwie naheliegend. Der Track verfolgt eine ganz andere Rhythmik als der erste und bewegt sich vor allem in den Halbtönen hin und her, was in der Tat eine mystisch-fließende Stimmung erzeugt. Das Keyboard unterbricht in der Mitte und leitet zu einem neuen Riff über, das aber im gleichen Tempo und demselben Rhythmus bleibt. Die Gitarren behalten auch hier den eher verwaschenen Sound, der sicher auch durch die Keys zustande kommt und an Horror Rock erinnert. Vor allem der Gesang bringt die nötige Härte mit.

„Unconscious Wandering“ wartet mit einfachen Tonfolgen, etwas Blastbeats, mehrspurigem Gesang und ruhigeren Passagen auf, wohingegen „The Passing“ mit einem Piano-Intro beginnt und dann ins Midtempo mit recht groovigen Riffs übergeht. Auch hier bleiben die Tonfolgen eher einfach, der Fokus liegt auf einer variablen Rhythmik, dem Gesang und dem Keyboard-Soundteppich. „Self inflicted Bliss“ galoppiert in den Strophen gemächlich vor sich hin, unternimmt aber auch für Ausflüge mit der Doublebass neben dem doppelspurigen Gesang. Die obligatorischen Unterbrechungen durch das Piano-Keyboard dürfen aber auch hier nicht fehlen. Zum ersten Mal tritt auch hier der schrummelige Bass in Erscheinung. Auf „Delirious“ gibt es etwas mehr Tempo, dafür statt orchestrales das Piano-Feature, das mehr in den Vordergrund tritt, wohingegen auf „Hades Rising“ die Leadgitarre einen Solo-Auftritt hat, der das ganze Soundgewitter etwas auflockert. „When I die“ bewegt sich in tiefen Tiefen der Tonleiter, die Leadgitarre kommt mit den Höhen nur wenig durch.

Das größte Manko der CD ist vermutlich für mich der Sound, der mir zu dumpf und verwaschen ist, die einzelnen Tonspuren vermischen sich oft zu sehr zu einem Einheitsbrei. Die Kompositionen sind einfach in der Tonwahl gehalten, die Rhythmik versucht, dies auszugleichen. Dass ich kein Freund von Keyboards bin, ist dagegen lediglich Geschmackssache, soll aber vermutlich die etwas uninnovativen Gitarren kompensieren. Der Gesang dagegen macht einiges wett, die Growls sind angenehm, manchmal variabel im Screambereich. Wer also eine Vorliebe für orchestralen Black Metal Sound in Death Manier hat, sollte sich HADES RISING durchaus mal auf die Lauscher legen.