DEVASTATOR – 05.08. Hannover  / Subkultur

Während das Wacken Open Air den letzten Tag zelebriert und tausende Metalheads in das kleine norddeutsche Dörfchen pilgern, hat Kernkraftritter Records eine kleine Labelnacht im Subkulter in Hannover auf die Tagesordnung gesetzt. Trotz des W:O:A haben einige Fans den Weg gefunden.

Los geht es mit PETER GRUSEL UND DIE UNHEIMLICHEN, die mit Ihrem Namen sicherlich einiges an Aufmerksamkeit bekommen. Die Jungs aus Braunschweig machen einen interessanten Mix aus Death, Grind, Hard Rock, Groove und Heavy Metal. Das Quintett scheint sich wenig um die Grenzen der Genres zu kümmern und überschreitet diese in jedem Song mehrmals. Der Sound ist, abgesehen von einer gelegentlich leicht zu leisen Stimme, wirklich gut und einige Fans sind bereits vor der Bühne, um ordentlich zu feier. Obwohl der Laden nicht gerade aus allen Nähten platzt, ist die Stimmung gut und einige Fans sind bereits am Headbangen und ein wenig am Moshen. PETER GRUSEL UND DIE UMHEIMLICHEN waren mir bis dato gänzlich unbekannt, doch die Jungs machen eine ordentlich gute Show und machen mächtig Spaß. Eine Band, die man auf dem Zettel haben sollte.

Weiter geht es, hingegen aller Ankündigung und Planung, direkt mit DEVASTATOR. Die Jungs aus Hamburg rund um Sänger Lenny sind heute nur zu viert auf der Bühne, der Bass wurde zuhause gelassen. Für den Sound natürlich nicht optimal und hinzu kommt noch, dass die Double-Bass von Drummer Eggi teils kaum zu hören ist, sodass es der Show teils ein wenig am bekannten „drücken im Gesicht“ fehlt aber nichtsdestotrotz machen die Jungs aus Hamburg ordentlich Stimmung und das Publikum hat Spaß beim Auftritt. Sänger Lenny scherzt wie gewohnt ein wenig auf der Bühne rum und versucht ganz unauffällig Leute für ein Mineralogie-Studium anzuwerben. Die Band präsentiert mit „The Throne Belongs To Us“, „Pork“ und “76” hauptsächlich Songs vom aktuellen Album. Welches dieses Jahr auf den Markt kam. DEVASTATOR sind mittlerweile eine feste Größe in Hamburg, was nicht zuletzt auch an ihrem routinierten Auftreten liegt. Das gerade mal drei bis vier Dutzend Leute im Saal sind, scheint die Band gar nicht zu stören, die Jungs geben trotzdem alles und das Publikum dankt es Ihnen  mit mitgröhlen, headbangen und gerammelten Beinen nach der Show.
Was bleibt ist ein fiepen im Ohr und die Erinnerung an eine tolle Show.

Eigentlich als zweite Band gedacht, aber nur als drittes auf der Bühne, da eine Stagetime für einige Bands wohl eher als grobe Richtlinie gesehen wird, sind RAPEMACHINE, die heute ebenfalls den Basser zuhause gelassen haben und nur als Duo auf der Bühne vertreten sind. Zwar springen vor der Bühne einige Leute ausgelassen umher, die meisten jedoch befinden sich mittlerweile vor dem Saal, da die Jungs, aufgrund der schlechten Gesangsleistung vom Drummer und dem Stimmenverzerrer vom Gitarristen eher so klingen, als würde man einen betrunkenen und wütenden Russen in einen Einkaufswagen setzen und durch einen Industrieventilator schieben. Im Normalfall bin ich Grindcore ja nicht abgeneigt, aber das ist einfach zu viel.

Bleibt die Frage, ob sich der Weg aus Hamburg gelohnt hat, für  Bands und einen Einkaufswagen-Russen. Ich würde sagen: Definitiv! PETER GRUSEL UND DIE UNHEIMLICHEN haben eine super Show abgeliefert und schon lange war ich von einer mir bis dahin unbekannten Band live so begeistert. Dazu noch DEVASTATOR die, auch ohne Bassist und mit leichten Soundproblem und ein paar Patzern beim letzten Song, einfach eine Wucht sind. Gerne wieder!