Von Kamillentee, blasphemischer Katharsis und Orgelpfeifen – Interview mit den Black/Thrashern von SCHAFOTT

Im Zuge der in vier Wochen erscheinenden Platte, zu der es bereits ein Review von unserer Ricarda gab (Review Schafott), standen uns die Dresdner Rede und Antwort. Hier könnt ihr lesen, welche Rolle Kamillentee, Katharsis und Orgelpfeifen im Bandleben spielen.

Euer Albumrelease ist schon nächsten Monat – gibt’s eine Releaseparty?

Welcome at the Schafott!

Ja es ist kaum zu fassen, dass es endlich Wirklichkeit wird und wir nach fast zwei Jahren Arbeit das Resultat in den Händen halten können. Aber ganz ehrlich: es hat sich gelohnt. Wir sind komplett zufrieden. Eine Releaseparty wird es auf jeden Fall geben und wir stecken zur Zeit mitten in der Planung. Wenn alles klappt, werden wir mit ARCHAIC THORN und DIVISION SPEED den Abriss im Oktober feiern! Es wird wohl einige kleine Überraschungen geben und vielleicht sogar noch eine Band extra, die wirklich lange nicht gespielt hat – wir nennen sie jetzt mal Special-Guest. Eigentlich hatten wir mit den Orgelpfeifen in Scheibenberg auch eine Bomben-Location, aber leider sieht es jetzt so aus, als würde das erstmal nix werden. Also wird es wohl klassisch in die Chemiefabrik in Dresden gehen!

Wie feiert ihr euer zweites Album?

Wenn wir wieder so lange brauchen, wahrscheinlich mit Kamillentee und einer Schale Hafergrütze. Aber wir schreiben gerade neue Songs und das ist das wichtigste für uns. Wir können endlich wieder kreativ arbeiten. Wir haben noch eine EP im Hinterkopf, wahrscheinlich veröffentlichen wir diese, bevor ein neues Album kommt.

Worum geht’s in dem Album genau?

Die Texte sind inhaltlich sehr heterogen. Aber es gibt einen gemeinsamen Nenner – die blasphemische Bildsprache unserer Texte. „The Black Flame“ selbst zum Beispiel dreht sich viel um Selbsterkenntnis, lässt aber Raum für die Auslegung einer suizidalen Reinigung oder einer kathartischen Erfahrung. So befasst sich eigentlich jeder Song zwischenzeilig mit einem eigenständigen Problem, aber wir befriedigen unser Bedürfnis nach offener Profanität mit den Grundthematiken.

Mögt ihr lieber Studioarbeit oder Liveauftritte?

Kommt ganz darauf an, was mit Studioarbeit gemeint ist. Auf Aufnahmen an sich steht wohl niemand so wirklich (außer vielleicht die Toningenieure selbst – und nicht mal das ist so ganz sicher…). Das Schreiben von Songs hingegen (also vielleicht eher Proberaumarbeit?) erfüllt uns ungemein. Auftritte hingegen sind ein eigenständiges Erlebnis. Da können wir die Energie, die in einem Song durch seine Erschaffung steckt, nochmal ganz direkt kanalisieren. Dann kommt das Publikum dazu und alles kann sich schnell gegenseitig hochschaukeln. Live wird alles eben nochmal rauer und  aggressiver.

Welche Musikgruppen dienen euch als Inspiration?

Es fällt uns ehrlich gesagt schwer, mit wirklichen Referenzen um uns zu schmeißen. Wir sind alle seit langer Zeit Fans, das beeinflusst, ob man will oder nicht. Dennoch versuchen wir, beim Schreiben von Songs auf Eigenständigkeit und Innovation zu setzen. Es würde uns nicht wirklich befriedigen, zum 100sten Mal Destruction-Riffs wiederzukäuen. Aber wie schon gesagt, keiner ist frei von Einflüssen und besonders in einem so traditionsorientierten Bereich des Metals erfindet wohl keiner das Rad komplett neu.

Womit verbringt ihr am liebsten eure Freizeit?

Musik!

Gibt’s Festivals, auf denen ihr gern mal spielen würdet?

Klar. Solange das Billing und die Ausrichtung stimmen, sind wir absolut offen für Festivalgigs. Das Maryland-Death-Fest wäre schon ziemlich geil. Aber auch die Metaldays in Slowenien, das Muskel-Rock, oder das Metal-Magic in Dänemark wären alle einen Trip wert.

Welche, die ihr seit eh und je privat besucht?

Eigentlich sollten und wollten wir auf dem Party-San spielen, aber eben erst, wenn das Album raus ist. Da das dann dieses Jahr nicht geklappt hat, wäre das vielleicht nächstes Jahr eine Option. Das derzeitige Lieblingsfestival ist natürlich das Chaos Descends.

Wie sehen die Pläne für 2018 aus?

Fuck, so weit kann wohl keiner von uns vorausplanen.  Aber wie schon erwähnt, genießen wir es zur Zeit extrem ,an neuen Songs zu arbeiten. Was da  wann und wie rauskommt, ist noch offen. Auf jeden Fall wollen wir an den Orgelpfeifen (siehe erste Frage) noch ein Konzert veranstalten. An das Basaltmassiv da ist schließlich auch das Cover von „The Black Flame“ angelehnt.

Vielen Dank für das Interview!

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