ECNEPHIAS - The Sad Wonder of the Sun
Ecnephias - coverGenre: Dark Metal
Label: My Kingdom Music
Veröffentlichung: 07.07.2017
Bewertung: Gut (6/10)

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ECNEPHIAS sind eine Dark Metal Band aus Italien, doch auf ihrem aktuellen Album „The Sad Wonder of the Sun“ klingen sehr vor allem noch Goth Rock. Viele Passagen erinnern an The 69 Eyes oder Fields of the Nephilim. Mit „Gitana“ fängt das Album recht melancholisch und melodisch an. Als erstes fällt die stimmliche Ähnlichkeit zu eben genannten Künstlern, der Gesangsstil ist unverkennbar tief und leicht leidend. Die düstere, melancholische Stimmung zieht sich durch das gesamte Album, wobei es sehr überraschende Momente gibt. So kann man z.B. bei „Nouvelle Orleans“ Reggae-Einflüsse, die zwar irgendwo Spaß machen, trotz allem nicht in das Gesamtkonzept passen. Desweiteren findet man in den Liedern „Povo de Santo“, „Quimbanda“ und „Maldiluna“ elektronische Einflüsse, die erneute unmissverständliche Einflüsse aus dem Gothic-Bereich hinzufügen. Ein mir sehr zusagendes Detail sind die Gitarrenparts, oft als Einleitung genutzt, in vielen Songs, die ein wenig sehnsuchtsvoll, verträumt und zerbrechlich klingen, gerade sie unterstützen die Melancholie auf diesem Album. Insbesondere das Intro zu „Maldiluna“ ist wirklich gelungen.

Jedoch gibt es auch einige Aspekte, die eher unangenehm aufstoßen. Zum einen sind einige Klargesangpassagen so dermaßen langsam, dass sie schon eher in Sprechgeschwindigkeit verfallen, was irgendwie den Eindruck hinterlässt, dass man sich nicht so viele Gedanken um die Melodien des Gesangs gekümmert hat, denn diese sind eher schwach. Auch wenn die Lyrics nicht schlecht sind, sie sind an viele Stellen doch recht klischeehaft, was widerum den Eindruck verstärkt, dass man auf „The Sad Wonder of the Sun“ leider nur allseits Bekanntes zu hören bekommt. Zudem trägt das letzte Lied „You“, welches recht poppig ausfällt, dazu bei, dass man bei den verschiedenen Einflüssen das Gefühl hat, dass die Herren aus Italien ein wenig zu sehr in die Experimentierkiste greifen wollten. Die Mischung wirkt leider nicht authentisch und auch nicht besonders gut gewählt. Eigentlich schade, denn ein Überraschungselement kann ein ganzes Album sehr spannend für den Zuhörer gestalten, aber nicht, wenn es irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen klingt.

Alles in allem lässt sich das aktuelle Album von ECNEPHIAS gut hören, da die Songs auf guten und soliden Melodien aufgebaut sind. Die Platte lässt sich gut nebenbei anhören, aber Begeisterungsstürme löst sie wohl eher nicht aus.