LORD VIGO – Blackborne Souls
LORD-VIGO-Blackborne-Souls-CDGenre: Epic Doom Metal
Label: No Remorse Records
Veröffentlichung: Januar 2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Nachdem mich das Trio bzw. Live-Quintett von ihren fantastischen Live-Qualitäten auf einem Festival überzeugen konnte, habe ich mich gleich einmal drangemacht herauszufinden, ob das auf Platte ebenso funktioniert. Die Pfälzer LORD VIGO (namensgebend waren wohl die Ghostbusters??) bewegen sich im Bereich des klassischen Doom Metals, der seinen Ursprung in Bands wie BLACK SABBATH und CANDLEMASS findet. Es dominiert also unverzerrter cleaner Heavy Gesang, der dissonant-mollig durch die Halbtöne schwimmt, dazu tiefe schwer-schleppende Gitarren mit einfachen meditativ-wiederholenden Riffs und eine unaufdringliche Orgel im Hintergrund. Die Geschwindigkeit ist definitiv nicht im Funeral-Bereich, also noch gut groovig-mitnickbar.

„On Mother Earth“ beginnt mit einem düsteren Intro, das in das erste kellertiefe Riff übergeht, unterstützt von einem kräftig angeschlagenen cleanen Bass. Der folgenden Melodien der Gitarre sind simpel gehalten und werden in kontemplativer Weise wiederholt. Der klagende Gesang bewegt sich gewollt zwischen den Tönen, Sänger Vinz lässt sein Organ sich überschlagen, um den typischen Sound zu erzeugen.

Ohne Übergang geht es zum zweiten Song „When the Bloodlust Draws on Me“, der in seinem Groove von einem klassischen 70er Jahre Orgelsound unterstützt wird. Die Gesangslinie orientiert sich hier an dem Gitarren-Bass-Ensemble, das gar nicht unflott unterwegs ist. Das Schlagzeug bewegt sich recht unauffällig im Hintergrund und gibt lediglich den Beat vor ohne zu viel Firlefanz. Hier gibt‘s auch ein Gitarrensolo, das aber nicht verfrickelt heavy, sondern gediegen-rockig gehalten ist. Der Chorus ist extrem eingängig und setzt sich sofort im Gehörgang fest, der Orgelsound bringt das gewisse Etwas.

„Great City in the Sky“ bewegt sich entgegen des Titels eher in den Untiefen der Tonleiter und schleift den Zuhörer langsam durch die schwerfälligen Riffs und ächzenden Gesangslinien, die klagend wiederhallen. Gegen Ende steigen die Töne langsam zur Stadt im Himmel auf und verändern ihre Tonart. Der Titeltrack „Blackborne Souls“ setzt auf groovige Gitarren, die dem Gesang jede Menge Raum geben. Das Schlagzeug im Hintergrund variiert im vorgegebenen Rhythmus. Das melancholische Gitarrensolo wird begleitet von einer akustischen Gitarrenlinie, die dem Ganzen einen Tick Singer-Songwriter verpasst, so dass der Track zum Verschnaufen und Träumen einlädt.

„Blasphemy“ beginnt zunächst mit einem beschwörenden Intro, wie man es für den Titeltrack erwartet, um dann in den doomigen Part überzugehen, der in ein Heavy-Riff mündet, unterstützt von zurückhaltenden Keyboards. Der Rhythmus ist drängend und abgehackt in der Strophe, der Refrain flehend, das Solo unaufgeregt. „Hail me Fire in the Night“ wartet mit einem sehr rockigen Rhythmus auf, der recht flott ist. „For BEEING (sic!) Unknown“ drosselt das Tempo zunächst wieder, erst auf dem Weg zum Refrain nimmt das Schlagzeug mehr Fahrt auf, insgesamt bleibt der Song aber schleppend. Der letzte Song „Eternal Saviour“ rundet die CD rockig-groovig und basslastig ab.

Alles in allem ist den Pfälzern ein hervorragendes Doom-Werk gelungen, das mit einem professionellen und ausgewogenen, vielleicht etwas zu wenig schroffen Sound, einem unverwechselbaren Gesang und groovigen Riffs mit Wiedererkennungswert aufwartet. Das Schlagzeug ist vielleicht etwas vernachlässigt in den Hintergrund gemischt worden, dafür ist jeder Song im Refrain am Titel zu erkennen, der sooft wiederholt wird, dass man ihn schön mitgrölen kann. Auch wenn die Vorbilder wie CANDLEMASS, REVEREND BIZARRE oder SOLITUDE AETERNUS nicht zu verleugnen sind, besitzt die Platte (allein durch den besonderen Gesang) Alleinstellungspotenzial. Das Artwork des Covers ist im Übrigen auch sensationell und weist den satanischen Weg.