REGARDE LES HOMMES TOMBER, DER WEG EINER FREIHEIT, München, Kranhalle (Konzertbericht inkl. Galerie)

Zur Primetime am Samstag abend ludt die Kranhalle im Feierwerk in München die schwarzen Kuttenträger zu einer Runde traditionellen und modernen Black Metal ein. Alle Fans waren pünktlich erschienen, um sich gleich die erste Band REGARDE LES HOMMES TOMBER aus Frankreich anzuschauen, so dass die Halle mehr als gut gefüllt war. Für die Stimmung wurden jede Menge Räucherstäbchen angezündet, die die kleine Location im Nu vernebelt und verweihraucht hatten, und etliche Kerzen für die schwarze Messe. Ganz so, wie man es heutzutage im klassischen Black Metal erwartet, enthielten sich die Jungs der Ansagen und spielten ihren Gig ohne ein Wort schweigend herunter, teils verhüllt von hippen Kapuzen. Die Verräucherung tat dem Sound Gott sei Dank keinen Abbruch und auch an der Seite neben den Boxen konnte man den atmosphäriaschen Songs ohne Abstriche folgen. Der kratzig-raue Gesang des Sängers fügte sich gut in die Gitarrenriffs, die zwischen Geballer und stimmungsvollen Akustik-Parts wechselten, die auch dem Bass Raum für Soli-Einlagen bot. Die Fans zeigten sich sehr angetan und belohnten den fast einstündigen Auftritt mit tosendem Applaus. Sympathisch war auch, dass die Band sich im Anschluss gleich an den Merch begab, um dort mit jedem Fan ein nettes Schwätzchen zu halten und sich überschwänglich für die Anwesenheit zu bedanken.

Nach kurzer Umbauphase traten die Franken von DER WEG EINER FREIHEIT auf die Bühne und zeigten wie immer, dass sie unglaublich viel Spaß am Spielen haben, auch wenn sie bereits den 17. Auftritt ihrer Tour absolvierten. Im Gegensatz zu den Franzosen kann man hier von modernen Black Metal sprechen, der sich weit weniger trve präsentiert: nette, fannahe Ansagen, keine Verkleidungen oder zu viel Rauschen auf den Effekten – was jetzt nicht heißen soll, dass die erste Band weniger spannend gewesen war. Die Bühne war im Übrigen mit einem überdimensionalen Backdrop gestaltet, das die künstlerisch-literarische Ebene der Bands gut wiederspiegelte, und einem selbstgestalteten Mikrofonständer. Neben älteren Songs kamen vor allem die neuen Tracks der aktuellen Scheibe „Finisterre“ gut bei den enthusiastischen Fans an, wie z.B. „Aufbruch“, der wie auf CD mit dem beeindruckenden kafkaesken Intro präsentiert wurde. Störend war hier nur, dass ein paar ignorante Fans mitten in die atmosphärischen Akustik-Parts reinquatschen mussten, was nicht nur mich sichtlich störte. Die waren wohl eher zum ratschen und saufen gekommen. Schade, denn der Auftritt der Franken zeugte von ihrem Talent, den deutschen Black Metal progressiv zu gestalten und nicht nur hartgesottene trve Black Metaller von der Mischung aus Geballer und Melodie zu überzeugen. Nach über einer Stunde verabschiedeten sich die Herren, ließen sich aber nicht lange durch Sprechchöre bitten, noch ein paar Songs draufzulegen und sich bei den Fans zu bedanken.