SEPTICFLESH - Codex Omega
SOM425-Septicflesh-Codex-main-1500p-RGBGenre: Symphonic Death Metal
Label: Season of Mist
Veröffentlichung: 01.09.2017
Bewertung: Bombe (9/10)

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Bombastische und satte Klänge kommen mir da aus meinen Lautsprechern entgegen, als ich mir das zehnte Album der Griechen von  zu Gemüte führe. Brutal und episch –  dass das die Griechen im Allgemeinen gut können, kann man an den Werken der Antike bzw. der Mythologie erkennen. Und wo wir schon dabei sind, Songtitel wie „Dante’s Inferno“ und „3rd Testament“ lassen ein jedes Herz eines Literaturstudenten höher schlagen. Im ersteren wird eben jenes klassische Werk (Dante Alighieri – Divina Commedia) anfangs zitiert und daraufhin im englischen Teil beschrieben. Beim zweiteren wird die christliche Religion und ihre Anhänger kritisiert. Interessanterweise gibt es ein Buch mit dem Titel „Das Dritte Testament“, welches auch thematisch hier reinpassen würde, darauf wird hier wohl aber kein Bezug genommen. In den anderen Stücken gibt es reichlich weitere Allusionen und Bezüge auf religiöse, mythische und literarische Werke.  Aber um auf all diese detailliert einzugehen, wäre ein separates Essay geeigneter, deshalb sei auch jedem empfohlen, sich mit den Texten auf „Codex Omega“ zu beschäftigen. Es ist immer eine Freude, wenn die Bands sich Gedanken um ihre Inhalte machen.

Nach den oben genannten Songs geht es weiter mit „Portrait of a Headless Man“. Hier fällt am Anfang sofort das bedrohliche Orchester und der orientalische Klang auf (hervorgerufen durch eine arabische Nay, wenn ich mich nicht irre), was den Hörer in eine andere Welt versetzt, eine düstere Atmosphäre wird geschaffen. Grundsätzlich geht es auf dem ganzen Album sehr düster zu, alle Instrumente, sowohl klassisch als auch elektrisch, ergänzen und verstärken sich gegenseitig perfekt. Man kann alle Nuancen der Lieder nach und nach entdecken und genießen. „Enemy of Truth“ könnte sehr gut das Erkennungslied eines Bösewichts in einem Film sein. Überhaupt ist SEPTICFLESHs Musik sehr gut geeignet, um als Soundtrack für einen epischen Film zu fungieren. Der Song „Dark Art“ ist einer der wenigen, die auch klaren Gesang enthalten, die sich oftmals anhört, wie ein Erzähler, der einen ab und zu durch das Album leitet. Außerdem bildet Sotiris‘ Stimme einen angenehmen Kontrast zu den tiefen, bösartigen Growls von Spiros.

„Trinity“ ist wohl der ruhigste Song auf „Codex Omega“. Die düstere Atmosphäre geht nicht verloren, aber es kommt ein Schuss Melancholie hinzu und die Chöre im Hintergrund klingen wie die Chöre der Verdammnis, die die Apocalypse ankündigen und begleiten. Jedenfalls kommt ein wenig Endzeitstimmung auf, was durchaus passend ist, da es der letzte Song des Albums ist.

„Codex Omega“ ist wirklich ein rundum gelungenes Album mit drückendem Schlagzeug, einer epischen orchestralen Verstärkung, filmreifen Kompositionen, einer gehobenen textlichen Qualität und einer, nennen wir es mal, vollmundigen Produktion. Es ist ein wahre Freude, in die Welt dieses Albums einzutauchen.