FORCE MAJEURE - The Rise Of Starlit Fires
kleinGenre: Power Metal
Label: Mighty Music
Veröffentlichung: 08.09.2017
Bewertung: Durchschnitt (5/10)
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FORCE MAJEURE – was hieß das noch Mal? Mein eingerostetes Französisch reicht leider nicht mehr, um es zu übersetzen, deshalb schnell bei Google nachgeschaut und siehe da: „höhere Gewalt“ nennen sich die finnischen Power-Metaller. Klingt ziemlich straight forward. Ich schätze, dass mich typischer, stampfender Power-Metall erwartet und höre mir das erste von acht Liedern ihres am 08.09.17 erscheinenden dritten Albums „The Rise Of Starlit Fires“ an.

Der Gesang des Sängers Marcus Lång beim Opener „Gemini Rising“ ist sehr klar, mir fehlt dabei jedoch der für Power-Metall typische Druck, das Preschende, Stampfende. Auf mich persönlich wirkt das Lied zudem etwas zu happy; die Fröhlichkeit, mit der der Sänger immer wieder „Gemini“ singt, bis es wirklich anfängt, mich zu nerven, habe ich in diesem Genre eher selten so gehört. Ob man das gut oder schlecht findet, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden; aber mein Fall ist es nicht. Die Hintergrundmelodie und der Schluss sind wiederum gut gelungen.

Die Grundmelodie des dritten Liedes „Blessed by the Wolves“ gefällt mir gar nicht. Es ertönt kindlich wirkendes Gebimmel, der Basseinsatz trifft ebenso wenig meinen Geschmack, das Schlagzeug ist im Vergleich mit dem Gesang zu schnell und generell passen die einzelnen Elemente des Liedes nicht gut zusammen, weshalb der Song auf mich unmelodisch wirkt. Der Gesang ist bei diesem Lied an und für sich aber gut. Die Endsequenz wertet das Lied erheblich auf, denn die Gitarrensoli am Ende sind ausgereift – bis das Gebimmel wieder losgeht. Nur leider wirkt es insgesamt vom Rest des Songs zu sehr losgelöst.

Bei „The Darkening“, dem siebten Song des Albums, spricht eine Flüsterstimme mit dem Hörer. Versucht die Band, eine gespenstische Atmosphäre aufzubauen? Ja. Gelingt es ihnen? Nicht wirklich. Der Gesang wirkt unstimmig, zum Ende hin wird das Lied jedoch besser. Eine weitere flüsternde Stimme, dieses Mal die einer Frau, bringt Abwechslung in den Song, was mir grundsätzlich gut gefällt; da dieser Anteil jedoch wieder zu lang anhält, wurde diese gute Idee hier leider eher mittelmäßig umgesetzt. Mit dem Abbrechen ihrer Stimme und dem damit einhergehenden Ende des Liedes wirkt dieses etwas unfertig.

Das letzte Lied auf dem Album, „Subarctic Showdown“, beginnt, wie man es bei gutem Power-Metall gewohnt ist: harte Riffs und hämmernde Drums. Der Gesang ist ganz gut, abgesehen davon, dass er durch das Einsetzen der Gitarren unterbrochen wirkt. Das Lied passt am besten zu dem Stil, der meiner Meinung nach von der Band vertreten werden soll; er klingt auch tatsächlich nach Power-Metall und nicht nach irgendetwas Undefinierbaren, wie die meisten restlichen Lieder der Platte. Insgesamt wirken die Instrumente und der Gesang jedoch besser aufeinander abgestimmt als in den anderen Songs, die Qualität geht jedoch durchweg nicht über ein „ganz gut“ hinaus.

Fazit: Symptomatisch für das ganze Album ist, dass es mich zu keinem Moment gefesselt oder zum Aufhorchen gebracht hat. Ich würde von mir aus nicht auf die Idee kommen, extra diese CD aus dem Regal zu holen, weil ich genau diese hören will. Wenn „The Rise Of Starlit Fires“ irgendwo im Hintergrund läuft, ohne dass man wirklich zuhört, ist es in Ordnung, aber mehr auch nicht. Die Band sollte damit aufhören, aus ihren Liedern lange, epische Geschichten machen zu wollen und sich mehr auf die deutlich besseren, kürzeren Endparts ihrer Songs konzentrieren, um letztere zu mehr als nur passablen Liedern verarbeiten zu können.