HELFIR - The Human Defeat
Helfir coverGenre: Alternative Metal/Gothic Metal
Label: My Kingdom Music 
Veröffentlichung: 30.06.2017 
Bewertung: Gut (6/10)

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Als „Decadent Noir Metal“ bezeichnet Luca Mazzotta die Musik seines Soloprojekts HELFIR. Was das bedeuten soll, kann ich mir angesichts dessen, was ich zu hören bekommen habe, nicht wirklich erklären. Irgendwie klingt die Bezeichnung nach Gothic Metal, aber man kann sehr viele verschiedene Einflüsse auf dem Album raushören, sodass es nicht wirklich ein klares musikalisches Schema gibt. Das musst zunächst nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, doch auf „The Human Defeat“ hat mich das an einigen Stellen irritiert.

Zunächst fängt das Album akustisch und ruhig an. Hier stellt sich schon ein wenig die Melancholie ein, die sich so gut wie immer auf Gothic Metal scheiben finden lässt, und das bleibt auch auf dem gesamten Album so, die Melancholienote ist immer im Hintergrund erkennbar. Den Gesang bekommt man erst ab dem zweiten Lied zu hören und da fangen die Überraschungsmomente an. Was sich zunächst nach einem Lied inspiriert von Dimmu Borgir anhört, wird zwischendrin zu einem Alternative Metal Song, und das nur durch den Wechsel des Gesangstils. Von tiefen Growls zu vergleichsweise hohem Klargesang war der Sprung doch eher unerwartet.

Während das Album sich grundsätzlich eher im ruhigen Spektrum ansiedelt, gibt es da Ausreißer  wie „Mechanical God“, welches mit elektronischen/industriellen Klängen aufwartet, wobei das in diesem Fall ja durchaus auch passend ist, auch Rammstein-Einflüsse lassen sich hier nicht leugnen. Wie gesagt, aus dem Gesamtwerk fällt das aber stilistisch doch recht auffällig raus.

Am besten gefallen hat mir hier der Song „Climax 2.0“. Dieser setzt viel auf Atmosphäre, weshalb er sich ein wenig so anhört, als würde man durch den Weltraum gleiten. Zunächst sind wieder (passende) elektronische Klänge zu hören und später setzen wehklagende Gitarren ein. Das Lied kommt ohne Gesang aus.

„Tide“ und „Protect Me“ erinnern stilistisch teilweise an KoRn. All diese Einflüsse lassen die nonverbale Aussage des Albums nicht klar rüberkommen, weshalb man nicht so richtig weiß, womit man es hier zu tun hat. Dekadenz kann man hier auch keine finden. Trotzdem ist Luca ein erfahrener Musiker, die Albumproduktion ist hochwertig und alle Lieder sind trotz der Verwirrung durchaus hörenswert. Gerade die ruhigeren Passagen sind wirklich gelungen, wie z.B. „Chant D’Automne“. Wer abwechslungsreiche und konzeptlose Alben mag, könnte hierdran Interesse haben.