TURBOBIER + THE SELLOUT, Club Schilli, Ulm (Konzertbericht inkl. Gallerie)

Nachdem uns TURBOBIER schon auf dem Summer Breeze einen großartigen Soundtrack für unsere Bierlaune geliefert hatten, entschlossen wir uns, die weite Reise bis nach Ulm auf uns zu nehmen, um sie uns auf dem zweiten Teil ihrer Tour zu ihrem Album „Das neue Festament“ anzusehen. Überraschend klein (nach dem Festivalauftritt) präsentierte sich die Location in Ulm, dafür war diese auch schon zur Vorband voll.

THE SELLOUT hatten die Aufgabe, die bierfreudige Meute für die Stars der Show vorzubereiten, was ja nicht immer eine ganz einfache Sache ist. Die Salzburger Punkrocker boten groovigen Rock mit starkem Gesang und waren sich auch nicht zu schade, die Hits von TURBOBIER, wie „Fußboiplotz“, gleich einmal vorab anzucovern, was natürlich bei den angereisten Fans besonders gut ankam. Sie präsentierten also mitsingbare Cover, wie auch eigene Songs in Punkrock/Rockabilly-Manier. So waren die Jungs nicht nur selbst tropfnass nach ihrem Auftritt.

Das in allen Altersklassen vertretene Publikum bestand an diesem Abend im Übrigen nicht nur aus den erwarteten Punks oder Punkrockern, sondern – für uns natürlich mehr als erfreulich – auch aus vielleicht auf dem Summer Breeze oder dem Wacken rekrutierten Metallern, die sich auf die Hymnen von TURBOBIER freuten, die sich nach einem Imbiss im „Hemperium“ in Ulm mehr als spielfreudig zeigten. Dass diese Jungs Routiniers ihrer Fächer (Musik und Biertrinken) sind, war ab dem ersten Song zu erkennen, winzige Textaussetzer wurden von Sänger Marco gekonnt weggelächelt. Diese Professionalität widerspricht vielleicht ein bisschen ihrem Credo „Hokeln is Oasch“ (Arbeiten sucks), denn dafür muss man doch so einiges an Schweiß investieren.

Die Jungs präsentierten alle Knallerhits wie „I hoss alle Leit“ (unser persönlicher Favourit), „Fußboiplatz“, „Bierpartei“, „Verliebt in einen Kiwara“, „Flaschenpfand“ oder „Punkfahrrad“. Natürlich wurde auch vom großen Prediger Marco Pogo das Neue Festament gelehrt, was die (ange)heiter(t)en Fans und strenggläubige Bieristen dazu auffordert: „Du sollst nicht dursten“ – „Du sollst begehren Dein nächstes Bier“ oder „Du sollst Bier nicht mit anderem mischen“. Natürlich wurde auch noch Werbung für ihre eigene politische Partei „Die Bierpartei Österreichs“ gemacht, die dieses Mal ja leider nicht bei den Wahlen angetreten war. Die vier Jungs (und ihre zwei Backliner) ließen sich nicht lumpen und hauten noch vier Zugaben raus, unter anderem das Helene Fischer Cover „Arbeitslos durch den Tag“. Nach Ende des Auftritts stand Marco Pogo ganz fanfreundlich noch für Fragen, Fotos und Autogramme am Merch-Stand zur Verfügung, und im Übrigen auch für ein Interview für Schwermetallvergiftung, das ihr bei uns bald ebenfalls lesen könnt, und in dem wir Marco u.a. zu seinen Metal-Vorlieben befragt haben und warum er sich vor Metallern fürchtet.