WORM - Evocation of the Black Marsh
12Jacket_3mm_spine_all_sides.inddGenre: Black Metal
Label: Iron Bonehead Productions
Veröffentlichung: 27.10.2017
Bewertung: sehr gut (7/10)

Soundcloud

Bereits das Cover des Erstlings von WORM macht deutlich, dass die Black Metal Reise in eine Zeit geht, in der die Handelswährung noch das gute alte Demo war: eine handgezeichnete Dämonengestalt, die aus den Untiefen einer Sumpflandschaft emporsteigt. Und dieser ist das Album des Initiators Wurm und seinem Gefolgsmann Equimanthorn auch gewidmet, denn die Texte drehen sich um Ghul-Gestalten, die sich aus den schleimigen Sümpfen und Morasten erheben und den Waghalsigen auflauern.

Soundtechnisch klingt das Werk ebenso wie aus der Konserve, blechern-unangenehm auf dem Trommelfell, verzerrte, sich überschlagende und changierende Gitarren mit mantrisch sich wiederholenden einfachen Riffs, die Bassdrum dumpf, die Becken schnarrend und auf vollem Anschlag. Der Gesang ist dem Herunterrasseln eines Gewitters gleich rauschig-verhallt. Musikalisch bewegen sich die meisten Tracks zwischen gemäßigten Blastbeats und schleppenden dissonanten Riffs, die simple arrangiert und etwas zerstückelt sind. Das Stockende der Gitarren lässt den Eindruck von schweren Schritten im Morast aufkommen, in dem man so langsam, tiefer und tiefer versinkt, das Mantrische der Riffs spiegelt die Qualen.

Alles in allem ist es WORM gelungen, eine echte Underground-Scheibe zu produzieren, die einen fast unerträglichen Grusel-Sound aufweist, gespickt mit sich wiederholenden, teils eingängigen Riffs. Die unmenschlichen Screams passen gut zur Metaphorik und spiegeln die Bösartigkeit und Niedertracht der dunklen Seite. Nur für die ganz Harten!