MISANTHROPE MONARCH - Regress To The Saturnine Chapter
Misanthrope MonarchGenre: Death Metal / Trash Metal
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 07.07.2017
Bewertung: Bombe (9/10)

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Das Intro deutet schon an, dass da etwas auf einen zukommt. Beginnt es doch etwas ruhig, weiß „Towards the Utopian Kingdom of Fire“ bis zum Ende hin eine Spannung aufzubauen, die im Übergang zu „Usurping the Throne“ in einem Drum-Tornado seine Fortsetzung findet. Eingängige Riffs zeichnen den schnellen Opener aus. Die dunklen Growls von Chris Mieves begleiten einen auf dem wilden Ritt zur widerrechtlichen Eroberung des Thrones.

Weiter geht es mit „Crushing the Unbeliever“. Es schließt eigentlich nahtlos an seinen Vorgänger an. Man bekommt hier ordentlich den Kopf durchgeblasen. Schnelle Rhythmuswechsel lassen kaum Zeit zum Luftholen. Dazwischen wieder dunkle Riffs, die diesen Song zum Ende hin begleiten.

„The Brotherhood of Destruction“ prügelt wieder einmal alles aus einem heraus. Saubere Übergänge zwischen den einzelnen Liedbausteinen runden diese musikalische Zerstörung ab und bilden einen Song, der brutal aber auch gleichzeitig melodisch auf den Zuhörer wirkt.

Mit „Dispelled“ geht es den Umständen entsprechend etwas „ruhiger“ weiter. Aber auch hier ist wenig Luft zum Durchatmen. Wie der Songtitel (auf Deutsch: zerstreut) es sagt, ist dieses Stück recht zerstreut, dieses aber im positiven Sinne. Sind es anfangs noch langsamere Parts, steigert sich das Tempo dementsprechend, um aber auch immer wieder mal auf die Bremse zu treten.

„Regress to the Saturnine Chapter“ ist der bis dahin typischste Death-Song des Albums. Da weiß man sofort, was die Stunde schlägt. Nach dem Intro setzen sofort die angsteinflößenden Growls ein. Man befindet sich gedanklich in einem Pit mit Zombies, Skeletten und abgetrennten Gliedmaßen. Die langsameren Gitarren gegen Ende hin vermitteln dem Zuhörer den Eindruck, sich für das Vorangegangene entschuldigen zu wollen. Jedoch wird dieser Eindruck schnell wieder mit Füßen getreten und rückt das Bild der Finsternis wieder zurecht.

Auch bei „Father Sin and the Hollow Spirit“ geht mächtig der Punk ab. An Ruhe ist hier ebenfalls nicht zu denken. Mächtiges Geknüppel, wobei aber die Melodie nicht vergessen wird. Bis jetzt muss ich sagen, ist das wohl mein persönlicher Favorit. Heulende Gitarren im Trommelgewitter zusammen mit den bestialischen Growls ergeben einen Song, der einem mit seiner Vielfalt in Erinnerung bleibt.

Was ist das denn? Mit „Black Sirens Lurking“ die Ballade des Albums? Ich nenne diesen Instrumentalsong einfach so. Zu Beginn hat man nicht das Gefühl, dass hier Sirenen heulen, die aber in der Mitte nach kurzem Warten musikalisch untermalt werden. Das kurze Instrumentalstück fesselt einen mit seiner dramatischen Note.

„The Omega Embrace“ entthront hiermit „Father Sin and the Hollow Spirit“ als mein Favorit und legt nochmals ne Schippe drauf. Gitarrist Kristian Gøbels versteht den Text des Liedes als eine Hommage an Jon Nödtveidt. Bekannt wurde dieser als Gitarrist und Sänger der schwedischen Black-/Death-Metal Band Dissection. Er bezeichnet Jon Nödtveidt als Vorbild zu Beginn seines eigenen Gitarrenspiels.

Bei „Trail of the Heretic (Maleficium)“ wird es wieder merklich düster. Mich versetzt dieses Lied in meinen Vorstellungen irgendwie an eine Bar. Dort sitze ich zusammen mit dem Teufel bei einem Jacky-Cola. Im Hintergrund die brennende Hölle und dieser Song von MISANTHROPE MONARCH. Das ist wohl die beste Beschreibung für „Trail of the Heretic (Maleficium)“. Musikalisch hat sich gegenüber seinen Vorgängern nicht viel getan. Alles klingt sehr sauber gespielt, super abgemischt und extrem düster.

Zum Abschluss kommt mit „Cosmic Maze“ das längste Stück des Longplayers. Die erste Minute des Songs dient als instrumentales Outro, bevor Chris Mieves mit seinen wütenden Growls einsetzt. Hier könnte man meinen, dass sich der ganze Hass im Gesang entlädt. Auch hier fallen die abwechslungsreichen Passagen auf. Mit Geigenklängen lässt man dieses starke Album ausklingen.

Fazit: MISANTHROPE MONARCH liefern hier ein durchweg professionelles Album ab. In Eigenregie produziert klingt es technisch einwandfrei abgemischt und braucht sich nicht hinter Labelveröffentlichungen zu verstecken. Den Jungs sei zu gönnen, dass sie ein Label finden, die das Potenzial der Band erkennt und auch gleichzeitig fördern kann. Das wirklich starke Debütalbum ist mit einem Gastauftritt von Sami Yli-Sirniö von Kreator. Das Cover-Artwork zeigt ein Skelett, was sich nachdenklich an einem Schwert festhält. Hinter den Rippen ein leuchtendes Orange-Rot, was das Feuer der Hölle darstellen könnte. Alle Lieder wurden hier kurz gehalten, fast alle unter vier Minuten und nicht künstlich in die Länge gezogen. Das macht vielleicht auch die Kurzweile des Albums aus, was in keiner Death-Sammlung fehlen sollte.