THE ONE HUNDRED + BAD SIGN – Hamburg, Hafenklang – 17.10.2017

Mit einer EP so viel Erfolg zu haben wie THE ONE HUNDRED ist sicherlich nicht einfach. Wenn man sich allerdings mal ihre Musik genauer anhört, fällt sofort auf, dass man es hier nicht mit einer stinknormalen 0815 Band zu tun hat, denn über eine Mischung von irgendwas Richtung Metalcore und R’n’B bzw. Hip Hop Einflüssen stolpert man nicht alle Tage. Ihr aktuelles Album wurde bereits am 2. Juni veröffentlicht und nun touren sie durch das UK und Europa um das gute Stück ordnungsgemäß zu zelebrieren.

So begab es sich dann auch, das die Hybrid-Designer THE ONE HUNDRED mit BAD SIGN als Support im Gepäck am 17.10. im Hafenklang die Bude zu ihrem zweiten Zuhause gemacht haben.

BAD SIGN nahmen keinen Blatt vor den Mund und starteten mit einer wohlklingenden Mischung aus Rock und Grunge, mit gelegentlichen progressiven Einflüssen selbstsicher in den Abend. Obwohl die Band nur aus einem Dreiergespann besteht, hatte man das Gefühl, sie würden die komplette Bühne ausfüllen und sich wie auf dem heimischen Sofa pudelwohl fühlen. Mit jedem Song schienen sie ihre Komfortzone auszuweiten, bis dann Gitarrist Jonathan Harris als erster den Sprung ins Publikum wagte. Dort startete er auch sofort den ersten Circle Pit des Abends, der jedoch leider nicht so richtig starten wollte. Allerdings ließen sich die Jungs davon nicht runter ziehen und nutzen hier und da mal die Zeit um einmal quer durch die Meute zu wuseln.

Obwohl die Bekanntheit der Londoner recht niedrig schien, gelang es BAD SIGN gegen Ende beinahe jeden mit ihrer ausgewogenen Musikvariation wenigstens zum wilden Kopfnicken zu überzeugen.

Nach BAD SIGN gab es eine kurze Umbaupause, in der die Jungs beider Bands kurzerhand selbst mithalfen und die Bühne für den Hauptakteur des Abends ebneten.

Mit viel Lautstärke starteten THE ONE HUNDRED dann schließlich in ihr Set, welches eine bunte Mischung aus Songs von ihrem aktuellen Album als auch der EP „Subculture“ aus dem Jahre 2014 war. Egal, ob man zu den Fans der ersten Stunde oder nicht gehörte, gemosht wurde so gut wie immer, auch wenn gerade mal nur eine handvoll bewegungsfreudiger Menschen mitgemacht hat. Dafür befand sich direkt vor der Bühne ein Groupie-Fanclub der Band, der jedes einzelne Wort mitgröhlen konnte und nur noch das obligatorische Gekreische gefehlt hat. (Aber es war ja ein Metal Konzert, da existiert sowas einfach nicht)

Bei Songs wie „Monster“ oder auch „Blackjack“ hat sich dann so ziemlich jeder von der Energie der Band mitreißen lassen, die sich zwar nicht wie ihre Vorgänger BAD SIGN in das Publikum gestürzt hat, dafür aber die Bühne zum Tanzpaket umfunktionierten. Es war kaum zu übersehen, wie viel Spaß die Band selber an dem Gig hatte.

Das Ende des Konzertes war kurz und schmerzlos, denn THE ONE HUNDRED stehen, wie Sänger Jacob verkündete, selbst nicht auf in die Ewigkeit gezogene Zugaben, sondern auf knackige Enden, die es dafür aber in sich haben. Wie versprochen kam es dann auch und war leider wie so oft viel zu schnell vorbei.

Es war eben eins dieser kleinen, heimeligen Konzerte, die sich wie ein Familientreffen anfühlen, obwohl man vielleicht nur seine Begleitpersonen kennt. Aber durch die kleine Location und die Nähe zu beiden Bands zum Publikum, kam schnell eine angenehme Atmosphäre auf, die einfach jeden gefangen hat.

Was dies leider ein kleines bisschen zerstört hat, war die schlechte Abmische, die dazu geführt hat, dass man bei beiden Bands nicht viel vom Gesang und vom Bass mitbekommen hat. Wenn man die Texte kennt und in etwa weiß, was an welcher Stelle gespielt wird, kann man sich zumindest einen Teil mit ein bisschen Fantasie dazudenken, allerdings wird das für Ersthörer doch schwierig.

Nichtsdestotrozt waren BAD SIGN und THE ONE HUNDRED spürbar in Höchstform, hatten Spaß an der Sache und wussten, wie man aus einem überschaubaren Publikum eine wunderbare Atmosphäre lockt.