NAZGHOR – Infernal Aphorism
a1573443764_10Genre: Black Metal
Label: Non Serviam Records
Veröffentlichung: 13.10.2017
Bewertung: Klasse (8/10)

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Schwedischer Black Metal zeichnet sich im Allgemeinen dadurch aus, dass er in der Produktion feiner, klarer und weniger verrauscht klingt, was ihn für mich persönlich besonders hörenswert macht. Dies fällt auch bei NAZGHOR auf, die auf ihrem bereits sechsten Longplayer den Vergleich mit den Großen des Schweden-Genres nicht scheuen müssen. Das eiskalt-blaue Cover der neuen Scheibe erinnert an die erste Covenant Platte mit Hellhammer am Schlagzeug, und auch der Sound lässt mich an die goldenen 90er denken. Klassisch sind neben dem beeindruckenden Corpse Paint der fünf kurzhaarigen Nietenlederjacken-Träger und den satanischen Symbolen um Hals und im Logo vor allem der Mark und Bein erschütternde Kreischgesang und die flirrenden hohen Gitarren, wie auch die nicht zu extremen Blastbeats. Die Melodien sind elegant herausgearbeitet und stehen in harmonischer Opposition zum bös-schmerzlichen Gesang, der kreischend-kehlig ist, aber nicht in den höchsten Schallwellen-Bereich.

Die Songstrukturen sind nicht zu komplex und erlauben mit retournierenden Riffs einen Wiedererkennungswert. Ein Bass ist nicht nur vorhanden, sondern unterstützt auch deutlich die Rhythmus-Gruppe. Die Songs geben durchgängig Gas, verlieren sich aber nicht in purem Lärm. „Rite of Repugnant Fury“ macht zu Beginn einen Versuch des Midtempos, peitscht sich dann aber auch unerbittlich durch verschiedene Schlagrhythmen und Blastbeats. Wenig Platz wurde Effekten (bis auf den obligatorischen Hall auf dem Gesang) oder klassischen Soli gegeben, was aber auch kein Manko ist. Besonders gefällt mir hier die Variabilität der Bassdrum. Die meisten Songs prügeln sich munter durch das allgemeine Geballer. „Spawn of Evil“ und „Absence of Light“ punkten dagegen mit groovigen Midtempo-Parts und einer schönen Melodie hinter dem schnellen Geflirre, den Akustik-Part decken das Intro und der Beginn von „Absence of Light“ ab.

Zusammenfassend ist die Scheibe ein gelungener Beitrag zu einem Zugeständnis an Moderne und Tradition im Black Metal. Fans von Setherial, Dark Funeral oder Nifelheim sollten hier mal reinhören.